Triumph Speed Triple S und RS

Auf den ersten Blick sieht die Triumph Speed Triple unverändert aus, doch sie wurde für 2018 gründlich überarbeitet. Der Motor wurde stärker und die Elektronik ausgefeilter. Sie bleibt eines der beliebtesten Triumphmodelle

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Triumph Speed Triple S und RS
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Von
  • Ingo Gach
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Das soll die neue Speed Triple sein? Auf Anhieb lässt sich kein Unterschied zur Vorgängerin feststellen. Erst beim Blick ins Cockpit hellt sich die Miene auf: Aha, ein farbiges, fünf Zoll großes TFT-Display, im Neigungswinkel einstellbar.

Das gab es letztes Jahr schon für die kleinere Street Triple, wurde also höchste Zeit, dass der große Drilling nachzog. Das Display lässt verschiedene Darstellungsvarianten zu und der Fahrer kann in den Menüs die einzelnen Fahrmodi einstellen. Die Felgen sind filigraner und im Doppelscheinwerfer der Speed Triple RS hat Triumph nun Tagfahrlicht integriert. Aber ansonsten wundert sich der Laie, wo nun die Neuerungen sein sollen. Die lassen sich in der Tat äußerlich kaum erkennen, aber erfahren. Allein im Motor stecken 105 neue oder modifizierte Komponenten. Die Auflage für die Triumph-Entwicklungsabteilung lautete, die Speedy – wie sie liebevoll von ihren Fans genannt wird – noch stärker zu machen.

Triumph Speed Triple S und RS (15 Bilder)

Auf den ersten Blick sieht die Triumph Speed Triple unverändert aus, doch sie wurde für 2018 gründlich überarbeitet. Der Motor wurde stärker und die Elektronik ausgefeilter. Sie bleibt eines der beliebtesten Triumphmodelle.

Wirklich nötig war das nicht, schließlich wurde die Speed Triple erst vor zwei Jahren grundlegend überarbeitet, der Motor der Euro4-Norm angepasst und die Leistung auf 140 PS und 112 Nm angehoben. Über Schwächeanfälle oder mangelnde Faszination des Naked Bikes hat sich garantiert noch nie ein Kunde beschwert.

Zwar nörgelten manche Motorradjournalisten, dass der relativ lang bauende Dreizylinder allmählich in die Jahre käme, denn er stammt in seinen Grundzügen schon von 1997. Der Ruf nach einem neuen Triebwerk verhallte aber ungehört, denn er hat immer noch seinen treuen Käuferkreis. Die Speed Triple genießt nicht nur in Großbritannien Kultstatus, schließlich war die Speed Triple der erste serienmäßige Streetfighter und hat maßgeblich nach dem Neustart von Triumph zum Erfolg der englischen Marke beigetragen. Insofern muss die Speed Triple natürlich den Union Jack hochhalten und darf die Konkurrenz nicht enteilen lassen.

Der urige Dreizylindermotor behielt bei seiner erneuten Überarbeitung seinen Hubraum von 1050 cm3 und das Bohrungs-Hub-Verhältnis von 79,0 x 71,4 mm. Dennoch wurde die Spitzenleistung um 10 PS auf 150 PS gesteigert und das maximale Drehmoment beträgt nun 117 Nm. Wie Triumph das gelang, erklärt Chefentwickler Stuart Wood: „Wir haben den neuen Motor der Speed Triple umfassend überarbeitet. Das Ergebnis ist eine um tausend Umdrehungen höhere Spitzendrehzahl und mehr Drehfreude als bei der Vorgängerin.“ Wichtig war den Ingenieuren, den bärigen Charakter des Dreizylinders beizubehalten. Die Leistungskurve ist beinahe linear und Kraft bietet der Motor in jedem Drehzahlbereich. Das maximale Drehmoment liegt jetzt sogar schon früher an, nämlich bei 7150/min.

Allein damit war es natürlich nicht getan. Zur Anhebung der Maximaldrehzahl wurden die Ventilfedern härter und der Kurbeltrieb erleichtert. Damit dabei auch die Leistung wächst, bekamen die Kolben ein neues Profil und die Verdichtung erhöht. Die Auslasskanäle und die Auspuffanlage wurden strömungsoptimiert, der Krümmer leichter und der Katalysator größer. Wert legt Triumph auf die Tatsache, dass der satte Sound des Dreizylinders erhalten blieb.