Versicherer: Gewinneinbruch durch autonome Autos

Die Rückversicherer müssen sich auf einen massiven Prämieneinbruch bei Autoversicherungen einstellen. Sobald selbstfahrende Autos zur Verfügung stehen würden, werde in Großstadtregionen niemand mehr ein Auto kaufen, sagte der Swiss-Re-Präsident Kielholz

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autonomes Fahren

(Bild: Audi)

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  • dpa

Mit autonom fahrenden Autos geht der Anteil der privaten Autobesitzer in Großstadtregionen zurück, meint Swiss-Re-Präsident Kielholz. (Abbildung: Symbolbild)

(Bild: Audi)

Die Rückversicherer müssen sich wegen der Digitalisierung auf einen massiven Prämieneinbruch bei Autoversicherungen einstellen. Sobald selbstfahrende Autos zur Verfügung stehen würden, werde in Großstadtregionen niemand mehr ein Auto kaufen, sagte der Swiss-Re-Präsident Walter Kielholz der Neuen Zürcher Zeitung am Mittwoch (Ausgabe vom 18. April 2018).

Heute seien im ganz großen Geschäft der Erstversicherer, in der Autohaftpflicht, fast alle Autos privat versichert. Er erwarte, dass in einer überschaubaren Zukunft der Anteil privat gehaltener Autos auf rund 15 Prozent sinken werde. Die Wagen dürften dann einer Vielzahl von Plattformen gehören. Die Hälfte des Prämienvolumens entfalle aufs Autogeschäft, und dieses werde größtenteils wegfallen, sagte Kielholz.

Kielholz erklärte weiter, dass der Rückversicherer näher ans Risiko rücken müsse. Heute sei Swiss Re das letzte Glied in einer Kette von Vermittlungsdiensten. Möglichkeiten sieht Kielholz etwa in Kooperationen mit dem Fahrdienst Uber und dem Übernachtungsportal Airbnb oder E-Commerce-Plattformen wie Amazon und Alibaba. Diese verfügten über eine Fülle von Kundendaten, was sie in die Lage versetzen könne, Dienstleistungen oder ausgelieferte Waren mit Versicherungsprodukten anzureichern.

Swiss Re verhandelt derzeit mit dem japanischen Mischkonzern Softbank. Im Raum steht ein Einstieg des Technologie-Investors beim Rückversicherer oder eine strategische Partnerschaft. Softbank böte Swiss Re Zugang zu einer Vielzahl an Kunden. Das japanische Konglomerat mit Beteiligungen an Alibaba oder Sprint zählt weltweit rund 800 Millionen Kundinnen und Kunden. (mfz)