VW: Produktionsstopp und Rückruf

Bei der Umstellung auf die Verbrauchsmessung im WLTP rechnet die VW von August an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Zudem gibt es ein Software-Problem mit dem 2.0 TDI-Motor

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VW 2.0 TDI

(Bild: Pillau)

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  • dpa

Bei der Umstellung auf die Verbrauchsmessung im WLTP rechnet die VW von August 2018 an mit vorübergehenden Lücken in der Produktion. Das bedeute dann zeitweilig auch weniger Beschäftigung wegen geringerer Auslastung, sagte Personalleiter Martin Rosik dem Mitarbeiter-Magazin Inside.

Betroffen von dem Rückruf ist der 2.0 TDI mit 190 PS. Bisher ist nur die Rede von VW, doch die Maschine wird auch in anderen Marken des Volkswagen-Konzerns eingebaut.

(Bild: Pillau)

Der neue Prüfzyklus WLTP wird im September 2018 im Rahmen der Abgasnorm Euro 6c für sämtliche Neuwagen in der EU bindend. Ein Jahr später wird die Euro 6d-TEMP für alle in der EU erstmals zugelassenen Autos Pflicht. Mit ihr wird dann nicht nur auf dem Prüfstand gemessen: Neu ist ein Test auf der Straße, der sogenannte RDE. Die Grenzwerte sind bei Euro 6c und Euro 6d-TEMP identisch. Die Umstellung auf den WLTP ist jedoch aufwendig. Die Autohersteller könnten also gezwungen sein, einen Teil ihrer normalen Abläufe umzuplanen. Der neue Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess hatte schon auf der Hauptversammlung Anfang Mai 2018 vor Lieferengpässen gewarnt.

„Mit Hochdruck“ werde daran gearbeitet, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, betonte der Manager. Dennoch seien Lieferengpässe bei bestimmten Modellen möglich. Einige Varianten, die bis dahin noch kein WLTP-Zertifikat hätten, müssten vorläufig aus dem Programm genommen werden.

Aktuell hat Volkswagen einen vorübergehenden Fertigungsstopp für wichtige Diesel-Modelle verhängt, um eine Fehlanzeige zu beheben. Wie der Konzern am Samstag bestätigte, muss ein Software-Update für den vielfach verbauten 2.0-TDI-Motor entwickelt werden. Für betroffene Modelle vom Typ Passat mit Frontantrieb und Siebengang-DSG sowie das damit ausgerüstete Modell Arteon sei die Produktion bis zur „Bereitstellung einer Abstellmaßnahme“ vorübergehend ausgesetzt worden. Zuvor hatte die Automobilwoche darüber berichtet.

Nach VW-Angaben kann es bei Modellen, die mit dem 2,0-Liter-TDI ausgestattet sind, die die Euro 6 erfüllen, 140 kW (190 PS) leisten und mit DSG ausgestattet sind, vorkommen, „dass über die gelbe Motorkontrollleuchte auf ein Problem mit dem Abgasnachbehandlungssystem hingewiesen wird, obwohl tatsächlich kein derartiges Problem besteht“. Kunden sollten trotzdem jede Aktivierung der gelben Motorkontrollleuchte ernst nehmen und eine Vertragswerkstatt aufsuchen, um den angezeigten Fehler analysieren zu lassen.

Um für bereits ausgelieferte Fahrzeuge schnellstmöglich ein Software-Update anbieten zu können und die Auslieferung betroffener Neuwagen so bald wie möglich wieder aufnehmen zu können, werde an einer Abstellmaßnahme gearbeitet, hieß es in Wolfsburg. Nach heutiger Einschätzung werde diese im vierten Quartal 2018 zur Verfügung stehen. Aufgrund der verlängerten Lieferzeiten für die betroffenen Modelle gebe es Alternativangebote.

Derzeit ist laut Rosik ein Produktionsprogramm in Arbeit, „mit dem wir die Phase optimal meistern“. Voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni werde mit dem Betriebsrat die Umsetzung besprochen. Sobald es Entscheidungen gebe, solle die Belegschaft informiert werden. Die Mitarbeiter an den Prüfständen arbeiteten im Drei-Schicht-Betrieb, damit bis September so viele Fahrzeuge wie möglich nach WLTP zertifiziert seien, erklärte Rosik. Dennoch werde wohl nicht jede Variante rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Auch BMW hatte kürzlich bekanntgegeben, dass die Umstellung auf WLTP nicht reibungslos verläuft. Demnach stoppt die Marke vorübergehend die Produktion mehrerer Modelle mit Benzinmotoren für den europäischen Markt, um sie für die neuen EU-Verbrauchsmessungen fit zu machen. Der BMW 7er soll als Benziner in Europa sogar ein Jahr lang aus dem Angebot genommen werden. VW strafft ebenfalls das Angebot. So wird etwa der Passat mit 120-PS-Dieselmotor nach der Überarbeitung serienmäßig über ein SCR-System verfügen. (mfz)