Mercedes' Dienste rund um das Parken

Ein Auto steht die meiste Zeit herum. Ein neues Auto kann man von Ferne öffnen. Aus der Kombination ergeben sich neue Möglichkeiten für Dienstleistungen rund um das stehende Auto. Mercedes zeigte ihre kommenden Systeme

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Das Auto steht die meiste Zeit herum. Es hat dafür sogar ein eigenes Wort: Wo ein Fahrrad "abgestellt" wird, "parkt" das Auto. Moderne Technik macht aus dem Stillstand schrittweise Nutzen für die Kunden. Jetzt hat Mercedes die neuesten Dienste rund um das parkende Auto im Mercedes-Museum vorgestellt.

Für Fahrten in die Stadt interessiert sich der Fahrer am meisten dafür, wo er das Auto überhaupt abstellen kann. In der neuesten Infotainment-Generation NTG 6.0 (MBUX) in der A-Klasse und im Sprinter zeigt der Navi-Bildschirm deshalb (wahrscheinlich!) freie Parkplätze mit Zusatzinformationen an, und zwar sowohl für Parkhäuser als auch für den Straßenrand. Zu den Zusatzinformationen gehören hinterlegte Daten wie Höchstparkdauer, aber auch aus den Daten frisch generierte Dinge wie Belegungs-Prozentsatz, "Parkhaus füllt sich" oder "... leert sich". Dazu markiert MBUX die Straßenrandparkplätze farbig. Die Funktion steht auch in der App Mercedes me zur Verfügung.

Mercedes' Dienste rund um das Parken (12 Bilder)

Parkplatzsuche vereinfacht: Wahrscheinlich freie Parkplätze markiert "Mercedes me" entlang der Straße auf der Karte, gerade frei gewordene poppen als langsam verblassendes Symbol auf. So sieht es auch im MBUX aus.
(Bild: Mercedes)

Die Daten zur Wahrscheinlichkeit freier Parkplätze liefert Parkopedia in die Daimler-Cloud. Mercedes will den Kunden jedoch zusätzlich noch aktuellere Infos anbieten, und die stammen aus den Daten der Mercedes-Kundenautos und Car2Go-Wagen. Wenn ein Auto zum Beispiel vom Straßenrand ausparkt, markiert die Mercedes-Cloud diesen Parkplatz sofort als frei. Die Markierung verblasst dann über 2 Minuten. Genauso scannt die gern gekaufte automatische Einparkhilfe ständig nach Parklücken. Findet sie eine, die es nicht selbst belegt, sendet sie die Lücke ebenfalls in die Daimler-Cloud.

In der vorherigen Infotainment-Generation NTG 5.5 (E-Klasse und S-Klasse) bietet Mercedes aus technischen Gründen nur den ersten Teil der wahrscheinlichen Parkplätze an. Das System implementiert sie ad hoc als POI. Statt blauer Markierungen entlang der Straße auf der Karte steht dort also nur ein Symbol in der Mitte der Parkplatzreihe. An verblassende 2-Minuten-POI dachten die Entwickler wohl damals noch nicht, der Echtzeit-Teil fehlt jedenfalls. Damit das System mit Echtzeit-Infos auch in Gebieten geringer Mercedes-Dichte funktioniert, sprechen die Stuttgarter gerade mit anderen Herstellern, um sich auf eine gemeinsame Plattform zu einigen.

Aus dem internen Daimler-Inkubator meldet sich Chark.me: eine App, mit der Nutzer ihr Auto für Dienstleister öffnen. Dazu bucht der Halter eine Dienstleistung in einem Zeitfenster, in dem das Auto herumsteht. Im firmeninternen Alpha-Test mit 500 Testern sind das derzeit in Stuttgart:

- Edeka & Lieferladen: Lebensmittellieferungen

- Liefery: Zeitfenster-Zustelldienst für die letzte Meile

- Mycleaner: Fahrzeugreinigung am Parkplatz, auch Innenreinigung

- Trieb Textilreinigung: Bringt gewaschene Wäsche und holt zu waschende ab.