Fahrbericht: Mercedes C300d

Mercedes überarbeitet nach vier Jahren die C-Klasse - doch so richtig zu sehen ist das nur, wenn man kräftig in neue Extras investiert. Dennoch hat Mercedes die C-Klasse an den richtigen Stellen nachgeschärft, wie eine Probefahrt mit dem C300d zeigt

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Mercedes C-Klasse
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Mercedes hat die C-Klasse überarbeitet, doch bemerken wird das auf den ersten Blick kaum einer. Die Marke hat sich darauf konzentriert, technisch nachzurüsten. Davon profitierten in erster Linie die Kunden, die kräftig in Extras investieren. Ein Blick auf die anstehenden Veränderungen bei der direkten Konkurrenz ist das eine mutige Entscheidung. Für eine erste kurze Ausfahrt stand uns ein C300d mit Allradantrieb zur Verfügung.

Mercedes hat die aktuelle C-Klasse nach vier Jahren konzeptionell nicht auf den Kopf gestellt. Das äußere Design blieb bis auf neue Lampen, etwas Chrom und neue, optionale Felgen wie es war. Damit tritt Mercedes gegen die Neuauflage des BMW 3er an, die im Oktober vorgestellt wird. Auch der Audi A4 steht vor einer größeren Renovierung, die nach Kritik an der nur behutsamen Designveränderung beim vorherigen Modellwechsel größer ausfallen dürfte. Diese Überarbeitung erwarten wir spätestens im nächsten Frühjahr. Die C-Klasse setzt also im Gegensatz zur Konkurrenz über das Design keine frischen Kaufanreize.

Fahrbericht: Mercedes C300d (18 Bilder)

Äußerlich setzt Mercedes bei der Überarbeitung der C-Klasse kaum frische Akzente. Ungewöhnlich bleibt das Schiebedach-Angebot: Es gibt für die Limousine ein normales, kleines Schiebedach und das hier gezeigte Panoramadach.

Das gilt im Prinzip auch für den Innenraum. Wer keine Sonderausstattung ordert, bekommt im Wesentlichen nur ein neues Lenkrad, auf dem nun die Bedienknöpfe sehr viel filigraner sind als bisher. Neu in der Optionsliste ist unter anderem ein Display als Kombiinstrument. Das viel kritisierte, weil recht gemächlich arbeitende Navigationssystem von Garmin kann nun auch mit einem größeren 10,25“-Bildschirm bestellt werden. Damit gibt es auf den ersten Blick keinen Unterschied mehr zu wesentlich teureren Comand-Navi. Auch hier geht Mercedes allerdings nicht einmal ansatzweise so weit wie in der neuen A-Klasse. Deren großes Infotainmentpaket bietet vor allem im Bereich der Sprachsteuerung viel mehr als in der C-Klasse derzeit lieferbar ist. Eine Neuerung gibt es bei den Soundsystemen: Bisher gab es gegen Aufpreis nur eines von Burmester – nicht schlecht, aber kostspielig. Mit dem Facelift bietet Mercedes nun auch ein etwas weniger teures System an.

Unverändert blieb leider auch die serienmäßige, schwarz glänzende Verkleidung in „Klavierlackoptik“, über die sich in der Vergangenheit viele Käufer in Foren beschwert haben. Sie verkratzt ziemlich zügig. Besonders matten Holzverkleidungen sind in dieser Hinsicht robuster.

Neu sortiert wurde das Motorenprogramm. Bei den Dieselmotoren blieb keiner unverändert. Die bisherigen 1,6-Liter-Diesel, die in Zusammenarbeit mit Renault entwickelt wurden, flogen aus dem Programm. Stattdessen gibt es den intern OM654 genannten Selbstzünder nun mit 1,6 und 2 Litern Hubraum.

An der Basis bietet Mercedes nun 122 (C180d) und 150 PS (C200d mit Schaltgetriebe). Wer den C200d mit Automatik ordert, bekommt den Zweiliter-Diesel geliefert, der dann 160 PS leistet. Der C220d, der in der Vergangenheit der meistgefragte Motor war, leistet nun 194 statt 170 PS. Unser Testwagen hatte die Bezeichnung C300d. Auch dahinter steckt der Zweiliter-OM654, der nun allerdings deutlich mehr leistet als der C250d im bisherigen Modell, der entfällt. Mit 245 PS und 500 Nm ist der C300d ziemlich kräftig. 6 Sekunden im Standardsprint und 250 km/h Höchstgeschwindigkeit versprechen einiges und beschreiben den Fahreindruck trotzdem nur unvollständig. Ab etwa 1400/min ist die Maschine hellwach und beschleunigt die C-Klasse ohne langes Gewusel in den neun Gängen vehement.