Opel: KBA fordert Erklärung zu Abschalteinrichtung
Das Kraftfahrt-Bundesamt hat Opel in den vergangenen Tagen zu einer Stellungnahme zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung in verschiedenen Modellen innerhalb von zwei Wochen aufgefordert
(Bild: Pillau)
- dpa
(Bild:Â Pillau)
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat Opel in den vergangenen Tagen zu einer Stellungnahme zur Funktionsweise einer Abschalteinrichtung in verschiedenen Modellen innerhalb von zwei Wochen aufgefordert. Ein Opel-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Das Unternehmen teilte lediglich mit: „Opel liegt kein Bescheid des KBA vor. Offene Verfahren, die vor mehr als zwei Jahren begonnen haben, können wir nicht kommentieren.“ Betroffen sind einem Bericht der Bild am Sonntag (Ausgabe vom 15. Juli 2018) zufolge rund 60.000 Insignia, Zafira und Cascada. Das Bundesverkehrsministerium bestätigte „eine amtliche Anhörung gegen Opel“ wegen drei Fahrzeugmodellen.
„Vor dem Ergebnis dieser Anhörung kann zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden“, hatte ein Ministeriumssprecher gesagt. Abschalteinrichtungen dienen dazu, die Abgasreinigung herunterzuregeln. Autohersteller begründen das mit dem Motorschutz etwa bei Kälte oder Hitze. Bei vielen Modellen gibt es aber Zweifel daran, ob dies wirklich notwendig ist. Da die Luft-Grenzwerte in vielen Städten überschritten sind, drohen Fahrverbote für Dieselautos. In Hamburg gibt es schon Einschränkungen, in Stuttgart sollen sie ab 2019 kommen.
Im Kern geht es bei dem Verfahren um die Frage, wie wirksam die Abgasreinigung bei bestimmten Fahrzeugen ist, in welchen Bereichen diese voll zum Einsatz kommt und ob sie damit zulässig ist. Bei Fahrzeugen mit auffälligen Abgaswerten hatte das KBA 2016 Nachbesserungen verordnet. Betroffen waren insgesamt 630.000 Autos verschiedener Hersteller, davon 90.000 von Opel. Dabei handelt es sich nach Angaben des Unternehmens um Fahrzeuge der Modelle Zafira Tourer, Insignia und Cascada, die bis Sommer 2016 produziert wurden. Eine freiwillige Umrüstung läuft noch. Eine Zahl der mittlerweile umgerüsteten Fahrzeuge nennt Opel nicht. Bisher hatte Opel im Abgas-Skandal weder mit direkten Ermittlungen der Justiz noch mit einem Pflicht-Rückruf zu tun. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hatte Vorermittlungen vor über einem Jahr eingestellt. (mfz)