Ford: Neue Diesel für S-Max und Galaxy

Ford stellt einen neuen Zweiliter-Dieselmotor in den beiden Vans S-Max und Galaxy vor. Die bekommen so nicht nur eine zeitgemäße Abgasnachbehandlung mit SCR-Kat, sondern teilweise auch deutlich mehr Leistung

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Ford S-Max
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Noch leistet sich Ford ein vergleichsweise breites Van-Sortiment. Der kleinste Vertreter, der B-Max, wird schon nicht mehr angeboten. Ob sowohl der Galaxy wie auch S-Max eine Zukunft haben, ist ungewiss. Denkbar wäre, dass Ford die ähnlichen großen Vans zu einem Modell zusammenführt. Noch ist es aber nicht so weit: Der Konzern pflegt die beide unter anderem mit einem neuen Dieselmotor, der in vier Leistungsstufen angeboten wird.

Das grundsätzliche Layout ist immer gleich: Ein Zweiliter-Vierzylinder mit Vierventil-Zylinderkopf. Statt eines Speicherkats setzt nun auch Ford auf einen SCR-Kat. Im Angebot sind folgende Konfigurationen:

Ford: Neue Diesel für S-Max und Galaxy (7 Bilder)

Der aktuelle Ford S-Max ist drei jahren in Deutschland auf dem Markt. Aus dem einst recht breiten ...
(Bild: alle Hersteller)

120 PS 340 Nm 5,1 l/100 km Frontantrieb Sechsgang-Schaltgetriebe

150 PS 370 Nm 5,0 l/100 km Frontantrieb Sechsgang-Schaltgetriebe

150 PS 370 Nm 5,3 l/100 km Frontantrieb Achtgang-Automatikgetriebe

150 PS 370 Nm 5,6 l/100 km Allradantrieb Sechsgang-Schaltgetriebe

190 PS 400 Nm 5,0 l/100 km Frontantrieb Sechsgang-Schaltgetriebe

190 PS 400 Nm 5,2 l/100 km Frontantrieb Achtgang-Automatikgetriebe

190 PS 400 Nm 5,8 l/100 km Allradantrieb Achtgang-Automatikgetriebe

240 PS 500 Nm 5,9 l/100 km Allradantrieb Achtgang-Automatikgetriebe

Die beiden stärksten Ausführungen legen demnach um 10 bzw. 30 PS zu. Nur der Motor mit 240 PS bekommt einen Bi-Turbolader, der zwei unterschiedlich große Turbinen hat. Im unteren Drehzahlbereich sind beide in Reihe geschaltet, ab mittleren Drehzahlen wird der kleine Lader nicht mehr angesteuert. Er wäre dann zu klein, um die Abgasmenge sinnvoll zu verarbeiten und würde den Abgasgegendruck nur unnötig erhöhen.

Wie so viele Hersteller zieht auch Ford die Einhaltung der Abgasnorm Euro 6d-Temp ein Jahr vor. Das ist nicht etwa dem schlechten Gewissen oder einem besonderen Sinn für eine möglichst geringe Luftbelastung geschuldet, sondern Ergebnis einer kühlen Rechnung. Die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 6c, die für alle erstmals zugelassenen Autos in der EU seit 1. September 2018 verbindlich ist, sind identisch mit jenen der Abgasnorm Euro 6d-Temp. Der einzige Unterschied ist, dass ab dem kommenden Jahr der Schadstoff-Ausstoß auch auf der Straße, im sogenannten RDE, gemessen wird. Würde der Hersteller sich diesen Test in der Homologierung sparen, müsste er im kommenden Jahr eine neue Homologierung bezahlen. Die ist so teuer, dass fast alle Hersteller den RDE gleich miteinbeziehen.

Neu ist auch die Achtgang-Wandlerautomatik. Sie berücksichtigt Steigung, Gefälle und „bewertet Fahrzeug- und Umgebungsinformationen, um besonders glatte Gangwechsel“ (O-Ton Ford) zu ermöglichen. In Verbindung mit diesem Getriebe gibt es auch einen verbesserten Tempomaten, der nun auch im Stau harmonischer agieren soll. Der Warner vor Autos im toten Winkel kann nun 18 Meter weit zurückblicken. Ebenfalls neu sind die Scheibenwischer mit Düsen im Wischerarm. Sie sollen das Wischwasser noch gleichmäßiger verteilen. Diesen Versuch gab es schon öfter. Die Sache hatte allerdings stets einen Haken: Bei strengem Frost vereisen die Düsen so auch schneller – ein gutes Konzentrat ist also Pflicht.

Ein Ford S-Max kostet mit dem schwächsten Diesel in Basisversion „Trend“ 32.500 Euro. Der wirklich sehr umfangreich ausgestattete S-Max „Vignale“ mit dem 240-PS-Diesel wird mit 49.825 Euro in Rechnung gestellt. Beim Galaxy-Diesel reicht die Spanne von 35.350 Euro bis 46.525 Euro, wobei die „Vignale“-Ausstattung hier nicht angeboten wird. (mfz)