Winterliches Fahrtraining mit Rallye-Assen von Mitsubishi

Gibt es Schöneres als mit einem Lancer Evolution X über Eis und nassen Schotter zu heizen? Ja, diese Manöver zu beherrschen. Mitsubishi-Werksfahrer Uwe Nittel zeigt Interessierten wie es richtig (ab-)geht

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  • gh
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Rovaniemi (Finnland), 9. Februar 2009 – Zack, der nächste! Wieder hat es einen unserer Mitstreiter bei diesem Fahrtraining der besonderen Art erwischt, er ist abgeflogen mit seinem Mitsubishi, wovon eine Wolke aus Schnee-Kristallen im fahlen Tageslicht zeugt. Nun steckt sein Auto manövrierunfähig in einer Schneebank neben der Trainingsstrecke, und der Unglücksrabe muss auf die Mercedes-G-Klasse warten, die die Fuhre aus der weißen Pracht zurück auf die Piste zieht – ein unangenehmer Moment, der mir hoffentlich erspart bleibt. Mit mir haben sich einige Mitstreiter nördlich des Polarkreises bei minus 18 Grad Celsius versammelt, um sich von Mitsubishi-Werksfahrer Uwe Nittel in die Kunst des Driftens auf vereistem Untergrund einweisen zu lassen.

Unsere Trainings-Gegend bringt so einige Besonderheiten mit sich: Im Winter scheint die Sonne nur kurz und ohne Wärme. Angeblich wohnt der Weihnachtsmann hier, und die Region wird touristisch verwurstet bis zum Geht-nicht-mehr: Im Dezember ist Rovaniemi die Hölle auf Erden: Amerikanische, japanische und britische Gäste und ihre Kids sorgen bei der ortsansässigen Weihnachts-Industrie für Umsatz. Und in Japan weiß man ein aufsteckbares Rentier-Geweih aus feinstem PVC als Mitbringsel wohl zu schätzen. Jenseits von Polarkreis-Kitsch und unverschämt teurem Weihnachtsmann-Trash steigen wir in unser japanisches Trainings-Gerät: Einen weitgehend naturbelassenen Mitsubishi Lancer Evolution X (gesprochen: zehn). Als Modifikation hat er mit Spikes versehene Räder, eine metallene Spezial-Frontschürze und keine Heckschürze – die beiden Endrohre gucken ohne optischen Halt aus dem Heck. Während die Spikes für Traktion sorgen sollen, halten die Schürzen-Arbeiten Reparaturkosten in Zaum.

Winterliches Fahrtraining mit Rallye-Assen von Mitsubishi (39 Bilder)

Sieht einfach aus, ist es aber nicht: Sicheres Driften auf Eis

Als erstes lernen wir: Nördlich des Polarkreises duzt man sich. Aus Uwe Nittel wird also Uwe, und der stets gut gelaunte Schwabe stellt uns seine beiden Kollegen vor: Ruben Zeltner aus der Nähe von Ulm und den Sachsen Peter Corazza. Als Gemeinsamkeit können die beiden diverse Rallye-Erfolge vorweisen. Das heißt zum einen, dass wir mit einem immensen Erfahrungsschatz konfrontiert werden. Zum anderen werden wir in den nächsten drei Tagen wohl nicht der Lehrmeister größtes Glück erfüllen können, besser zu sein als sie selbst. Wir werden Ruben zugeteilt. Und nach dem klassischen Didaktik-Muster "Erklären, Vorführen, Nachmachen" geht's los.