Fahrbericht Mini Clubman John Cooper Works

Mini stattet als Modellpflegemaßnahme seinen Lifestylekombi mit dem Vierzylinder aus dem BMW M 235i aus. Das Fahrwerk kommt mit der gesteigerten Leistung gut zurecht, wie eine erste Ausfahrt zeigt.

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Fahrbericht Mini Clubman John Cooper Works
Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Wolfgang Gomoll
  • pressinform
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Der John Cooper Works war bisher der sportlichste Lifestylekombi bei Mini. Das Spitzenmodell bot mit 170 kW / 231 PS allerdings lediglich 29 kW / 39 PS mehr als der Cooper S. Beim Fahren ist der Unterschied kaum zu bemerken und das Fahrwerk war an seinen Grenzen. Mini stattet ihn als Modellpflegemaßnahme nun mit dem Vierzylinder aus dem BMW M 235i, einer gründlichen Fahrwerksüberarbeitung und serienmäßigem Allradantrieb aus. So kommt er mit der gesteigerten Leistung gut zurecht, wie eine erste Ausfahrt zeigt.

Erstarkt auf 225 kW / 306 PS erreicht er nun nach 4,9 Sekunden Landstraßentempo und fährt abgeregelte 250 km/h. Mindestens genauso wichtig ist das Drehmoment-Plus 130 Nm gegenüber der Vor-Modellpflege-Variante auf jetzt 450 Nm. Als Verbrauch für die neue Version stehen 7,4 l/100 km im Katalog.

Fahrbericht Mini Clubman John Cooper Works (18 Bilder)

Mini hat den John Cooper Works Clubman umfangreich überarbeitet.
(Bild: Mini)

Da sich ein Mini traditionell aber nicht vor allem über die Längsbeschleunigung definiert, wird beharrlich versucht, ihm höchste Agilität anzudichten, einige Begriffe werden dabei aber allzu arg strapaziert. So gebührt es sich schon aus Respekt vor dem Mini-Schöpfer Alec Issigonis nicht, bei einem Auto, das 4,27 Meter lang und 1550 Kilogramm schwer ist, von „Gokart-Feeling” zu sprechen.

Das noch aktuelle Modell überzeugte anspruchsvolle Kunden ohnehin nicht restlos bei der Fahrdynamik. Das ist offenbar der Grund, aus dem der kräftigste John Cooper Works nun ein eigenständiges Fahrwerk inklusive Domstrebe, angepassten Dämpfern und Motorlagern bekommt. Als mechanische Differenzialsperre hat der Clubman JCW ein Torsen B-Differenzial an der Vorderachse, während eine Haldexkupplung für die Kraftverteilung zwischen den beiden Achsen zuständig sind. Dazu kommen bekannte agilitätsfördernden Kniffe, wie Torque Vectoring per Bremseingriff. Eine steifere Karosserie komplettiert die Agilitätsmaßnahmen.

Wir fuhren das zehn Millimeter tiefergelegte Modell mit konventionellem Sportfahrwerk. Es ist straffer abgestimmt, aber nicht durchgängig unkommod. Lediglich bei schnell aufeinanderfolgenden Bodenunebenheiten kommt die Karosserie in störende Bewegung. Dagegen freuten wir uns über ein agileres Einlenken, gutmütiges Kurvenverhalten und vor allem eine reduzierte Untersteuerneigung.

Ganz verschwunden ist es allerdings nicht und auch die Lenkung des Mini leidet unter dem aktuellen BMW-Syndrom der starken Rückstellkräfte im Sport-Modus. Offenbar kann man den starken Antriebskräften, die auf die Vorderräder wirken, nicht anders begegnen. Da fällt umso mehr ins Gewicht, dass man bei dieser Fahrwerksvariante, anders als bei den adaptiven Dämpfern das Fahrprogramm „Sport“ nicht konfigurieren kann.

Im Innenraum erwartet einen das übliche etwas verspielte Mini Interieur mit dem üblichen Monitor im Essteller-Format. Das Infotainment und dessen Bedienung sind eingängig, die Nähe zu BMW zahlt sich hier aus. Dass Drehdrücksteller und Grafik eher gewollt verspielt als sachlich sind, ist ein Zugeständnis an den Lifestyle. Platz ist vorne und hinten genug und wenn man die Lehnen der Rückbank umlegt, wächst der Kofferraum von 360 Liter auf 1250 Liter. Das Niveau des Ladebodens ist variabel, die Ladekante bleibt aber recht hoch.

Da der Mini Clubman (interner Code F54) den UKL-Baukasten nutzt, muss er mit einem kamerabasierten, adaptiven Tempomaten vorliebnehmen. Das heißt, dass die automatisierte Abstandsregelung nur bis 140 km/h funktioniert und ein Totwinkel-Warner nach wie vor nicht erhältlich ist. Dafür ist Allradantrieb „All4“ beim Hochleistungsmodell nun serienmäßig und bei den Scheinwerfern gibt es jetzt optional LED-Leuchten mit Matrix-Funktion. Der Mini Clubman John Cooper Works kostet mindestens 44.900 Euro. (fpi)