Nissan: Doppelt verteilt besser
Statt auf Direkteinspritzung setzt Nissan bei kleinvolumigen Motoren darauf, die Saugrohreinspritzung zu verbessern. Zwei Injektoren pro Zylinder sollen dabei fĂĽr eine effiziÂentere und sauberere Verbrennung sorgen
- Gernot Goppelt
BrĂĽhl (Rhld.), 24. Juli 2009 – Nissan hat eine neue SaugrohrÂeinspritzung entwickelt, die den Kraftstoffverbrauch und die HC-Emissionen verringern soll. Das „Dual Injector“ genannte System stellt jedem Einlasskanal pro Zylinder eine eigene EinspritzdĂĽse zur VerfĂĽgung. Laut Nissan gibt es bei bisherigen Ottomotoren nur ein Einspritzventil pro Zylinder, selbst wenn es zwei Einlassventile und somit zwei Kanäle gibt – warum auch nicht, denn bei einer SaugrohrÂeinspritzung bleibt schlieĂźlich genĂĽgend Zeit zur ordentlichen Gemischbildung, oder doch nicht? Nein, meint Nissan: Im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen soll das neue System die Bildung eines präzisen und feinen Luft-Kraftstoff-Gemischs beschleunigen. Das erlaubt demnach eine effizientere Verbrennung bei geringerem Restgehalt von unverbrannten Kohlenwasserstoffen.
Feineres Gemisch
Laut Nissan führt die auf zwei Injektoren aufgeteilte Einspritzung dazu, dass die Benzintropfen einen um 60 Prozent kleineren Durchmesser haben – Voraussetzung für eine „gleichmäßigere und beständigere Flamme in den Brennkammern“. Was genau für die „beschleunigte Gemischbildung“ verantwortlich ist, erläutert Nissan nicht näher. Zwei Vorteile lassen sich zumindest erahnen, wenn man die Bilder betrachtet: Einerseits steht für den Einspritzvorgang nur eine sehr kurze Zeit zur Verfügung. Die Halbierung der Einspritzmenge in diesem Zeitraum könnte den Injektoren die Zerstäubung erleichtern. Zudem lässt sich bei der Verwendung von zwei Injektoren wohl die Wandbenetzung verringern, sodass das Gemisch bereits beim Eintritt in den Brennraum besonders homogen ist.
Nissan: Doppelt verteilt besser (2 Bilder)

Zwei Injektoren pro Zylinder beliefern jeweils ein Einlassventil.
Konkurrenz zur Direkteinspritzung?
Nissan verspricht sich von dem System eine ähnliche Wirkung wie eine Direkteinspritzung. Das Dual-Injector-System sei aber kostengĂĽnstiger, weil es mit „normalen“ EinspritzdrĂĽcken arbeite. Eine Direkteinspritzung erfordere teurere Komponenten, um die notwendigen hohen EinspritzÂdrĂĽcke erzeugen zu können. Das Dual-Injector-System falle 60 Prozent preisgĂĽnstiger aus, was gerade bei kleinvolumigen Motoren zugegeÂbenerÂmaĂźen ein interessanter Kostenvorteil wäre.