Tesla: Quartalsgewinn und Jahresverlust

Die Tesla-Aktie ist nach den neuesten Quartalszahlen im Höhenflug. Selbst die Großen der Branche hat Tesla an der Börse hinter sich gelassen. Die Jahresbilanz lĂ€sst jedoch Zweifel, ob die Euphorie gerechtfertigt ist.

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Tesla Model Y

(Bild: Tesla)

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Von
  • dpa

Tesla hat sich dank hoher Nachfrage in Europa und China zum Jahresende 2019 ĂŒberraschend gut geschlagen und kommt mit seinen neuen Projekten schneller voran als erwartet. In den drei Monaten bis Ende Dezember schaffte das Unternehmen das zweite Quartal mit schwarzen Zahlen in Folge, der Gewinn ĂŒbertraf die Erwartungen. Zudem stellte Tesla fĂŒr 2020 Auslieferungen von mehr als 500.000 Autos in Aussicht. Nachdem mit dem Model 3 (Test) viele neue Kunden erreicht werden konnten, drĂŒckt Musk jetzt beim Kompakt-SUV Model Y aufs Tempo.

Die Aktie schoss nachbörslich zeitweise um rund zwölf Prozent in die Höhe und ĂŒberschritt erstmals die Marke von 600 Dollar. Teslas Gewinn im Vorquartal, Rekordauslieferungen, der Turbo-Start des Werks in China und die ambitionierten PlĂ€ne fĂŒr die erste europĂ€ische Fabrik in GrĂŒnheide bei Berlin hatten den Kurs bereits in den vergangenen Monaten explodieren lassen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie um 39 Prozent zugelegt, seit Herbst hat sich der Kurs mehr als verdoppelt.

Mit einem Börsenwert von zuletzt knapp 105 Milliarden Dollar wird Tesla am Finanzmarkt inzwischen deutlich höher gehandelt als die beiden an Produktion und Marktanteilen gemessen grĂ¶ĂŸten US-Hersteller General Motors (GM) und Ford zusammen. KĂŒrzlich zog Tesla sogar am weltgrĂ¶ĂŸten Hersteller Volkswagen vorbei, auch wenn der Vergleich hier wegen der unterschiedlichen Kapitalstrukturen etwas schwieriger ist. Fest steht in jedem Fall, dass das kalifornische Unternehmen an der Wall Street schon lĂ€nger einen sehr beeindruckenden Lauf hat.

Ob die GeschĂ€ftszahlen diese Euphorie rechtfertigen, steht auf einem anderen Blatt. Im vierten Quartal ĂŒbertraf Tesla die Markterwartungen mit einem Gewinn von 105 Millionen Dollar (95 Mio Euro), verglichen mit dem Vorjahreswert ist dies allerdings ein RĂŒckgang um 25 Prozent. Der Umsatz fiel mit 7,4 Milliarden Dollar zwar deutlich höher aus als angenommen, im Jahresvergleich ergibt sich hier aber nur ein leichter Anstieg um zwei Prozent. Der erste Jahresgewinn seit UnternehmensgrĂŒndung 2003 lĂ€sst weiter auf sich warten. 2019 fiel unterm Strich ein Verlust von 862 Millionen Dollar an. Das waren immerhin weniger als die 976 Millionen Dollar Miese im Vorjahr.

Doch nach viel anfĂ€nglicher Skepsis und Problemen mit den ehrgeizigen Vorgaben von Konzernchef Musk scheint Tesla tatsĂ€chlich in die Spur gefunden zu haben. Der Plan, mit dem Model 3 den Massenmarkt zu erobern und dabei Geld zu verdienen, kann offenbar aufgehen. 2020 will Tesla mehr als 500.000 Autos ausliefern, im Vorjahr waren es 367.500. Mit dem Model Y kann Musk nun auch beweisen, dass holprige Produktionsstarts der Vergangenheit angehören. Im US-Werk in Fremont laufe die Fertigung des Kompakt-SUV bereits an. Damit sei man seinem Zeitplan voraus, heißt es im Brief an die AktionĂ€re. (mfz)