GM-Manager verkaufen eigene Unternehmensanteile
- ssu
Beim insolvenzbedrohten Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) haben mehrere Topmanager ihre Anteile verkauft – unter ihnen auch Europa-Chef Carl-Peter Forster. US-Konkurrent Ford will sich dagegen über die Ausgabe von mindestens 300 Millionen neuen Aktien frisches Kapital in Milliardenhöhe besorgen. Ford schreibt zwar auch tiefrote Zahlen, kommt aber anders als GM und Chrysler bisher ohne Staatshilfen aus.
GM-Chef Fritz Henderson hatte eine Insolvenz seines Konzerns gerade erst als noch wahrscheinlicher bezeichnet. Insgesamt verkauften sechs GM-Manager in den vergangenen Tagen mehr als 200.000 Aktien zu einem Stückpreis von 1,45 bis 1,61 US-Dollar, wie GM in Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht SEC bekanntgab.
Neben Forster, der sich von relativ wenigen letzten Anteilen trennte, zählt auch der scheidende GM-Vize Bob Lutz zu der Gruppe. Henderson war nicht darunter. Die GM-Aktie verlor am Montag fast 11 Prozent auf 1,44 US-Dollar.
GM will sich zu seiner Rettung mehrheitlich verstaatlichen lassen. Bestehende Aktionäre würden praktisch leer ausgehen. Eine GM-Sprecherin sagte, die Verkäufe seien vor diesem Hintergrund zu sehen und kein Beleg für mangelndes Vertrauen in das Unternehmen.
Ford hingegen könnte durch die Aktienausgabe je nach Preis rund 2 Milliarden US-Dollar einnehmen. Der Konzern nutzt den in den vergangenen Monaten wieder gestiegenen Kurs. Bei entsprechender Nachfrage würden weitere 45 Millionen Aktien ausgegeben, teilte der zweitgrößte US-Hersteller mit. Das Geld solle unter anderem für Verpflichtungen gegenüber dem Gesundheitsfonds für Betriebsrentner verwendet werden.
Ford hatte zuletzt durch Vereinbarungen mit der Gewerkschaft und Gläubigern aus eigener Kraft große Einsparungen erzielt. Einerseits profitiert Ford derzeit von den noch größeren Problemen der beiden anderen US-Autobauer. Beim Erfinder des legendären T-Modells scheinen außerdem die Bemühungen am weitesten gediehen, Nordamerikanern Autos europäischen Zuschnitts zu verkaufen wie den Focus, der ab 2010 auch in den USA gebaut werden soll. Anderseits warnen einige Experten, während GM und der insolvente Chrysler-Konzern mit massiver Staatshilfe schwere Lasten abwerfen würden, könnte Ford ohne diese Unterstützung am Ende schlechter dastehen.
Ford mache auf dem Weg zurück in die Gewinnzone große Fortschritte, sagte Konzernchef Alan Mulally. Die Aktienofferte sei ein weiterer Schritt dazu. Im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte Ford ein erneutes Minus von 1,4 Milliarden US-Dollar eingefahren. (dpa) / (ssu)