Prozess gegen früheren Audi-Chef Stadler beginnt im Herbst

Das LG München hat die Anklage gegen den früheren Audi-Chef Stadler wegen Betrugs in der Abgasaffäre zugelassen.

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Rupert Stadler

Der frühere Audi-Chef Stadler ist tief gefallen - und keineswegs aus dem Schneider: Bei einer Verurteilung droht ihm eine hohe Strafe.

(Bild: Audi)

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  • dpa

Das Landgericht München hat die Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler wegen Betrugs in der Abgasaffäre zugelassen. Der Prozess gegen Stadler und drei Mitangeklagte soll am 30. September 2020 beginnen, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung" vor. Stadler habe spätestens Ende September 2015 vom Abgasbetrug bei Audi-Dieselmotoren gewusst, den Verkauf der Autos aber nicht verhindert, lautet der Vorwurf gegen ihn. Stadler hat eine Mitwisserschaft oder gar Beteiligung an Manipulationen stets bestritten. Nach jahrelangen Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Ende Juli 2019 eine rund 400 Seiten lange Anklageschrift mit 7000 Seiten Anhang vorgelegt.

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Stadler war von 2007 bis 2018 Audi-Chef. Wegen Verdunkelungsgefahr war er im Juni 2018 verhaftet worden und hatte vier Monate lang in Augsburg in Untersuchungshaft gesessen. Eine Mitwisserschaft oder gar Beteiligung am Betrug hat er stets bestritten. Die drei zusammen mit Stadler angeklagten Manager und Ingenieure sollen bei Audi ab 2008 Dieselmotoren mit einer illegalen Abgasnachbehandlung entwickelt haben. Dafür wurde die – an sich nicht verbotene – Prüfstandserkennung genutzt, um Abgaswerte zu manipulieren. Auf die Spur kamdie Ermittler Volkswagen, weil sich die auf dem Prüfstand ermittelten Abgaswerte auf der Straße unter keinen Umständen nachvollziehen ließen.

Chronologie des Abgas-Skandals (78 Bilder)

Mitte September 2015:  Die US-Umweltschutzbehörde EPA beschuldigt den Volkswagen-Konzern, Diesel-PKWs der Baujahre 2009 bis 2015 mit einer Software ausgestattet zu haben, die die Prüfungen auf US-amerikanische Umweltbestimmungen austrickst. Zu ähnlichen Untersuchungsergebnissen ist auch das California Air Resources Board (CARB) gekommen. Beide Behörden schicken Beschwerden an VW. (Im Bild: Zentrale der EPA in Washington D.C.)
(Bild: EPA
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(mfz)