Triumph Trident: Britin im Italo-Look
Triumph präsentiert einen Design-Prototyp in italienischem Design, der 2021 in Serie gehen soll, um in der unteren Mittelklasse neue Kunden zu umwerben.
Triumph präsentiert den Prototyp eines neuen Modells mit der Bezeichnung Trident. Damit erhält sie einen großen Namen aus der Triumph-Historie.
(Bild: Triumph)
- Ingo Gach
Triumph präsentiert einen Design-Prototyp, der im Frühjahr 2021 in Serie gehen wird, um in der unteren Mittelklasse neue Kunden zu umwerben. Er wurde Trident getauft und trägt damit einen großen Namen aus der Firmen-Historie. Das Design wirkt puristisch und dennoch sportlich. Als Antrieb dient ein verkleinerter Dreizylinder aus der Street Triple 765.
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Auch wenn Triumph ausdrücklich betont, dass es sich um einen Prototyp handelt, dürfte er sehr nah am fertigen Serienmotorrad sein. Das Entwicklungs-Team hat mit dem italienischen Designer Rodolfo Frascoli zusammengearbeitet, der schon an am Design der Tiger 900 beteiligt war. Es ist interessant, dass Triumph als urbritische Marke im Pressetext auf das italienische Design-Flair der Trident hinweist.
Retro-Akzent
Auffallend ist der große, rundliche Tank mit den beiden Ausbuchtungen für die Knie. Es verleiht der Trident einen leichten Retro-Akzent. Auch beim Rahmen ging Triumph den klassischen Weg mit schnörkellosen Rundstahlrohren. Die Upside-down-Gabel ist dagegen modern und üppig dimensioniert, ebenso wie die Bananen-Schwinge. Der Lenker ist breit und eher flach wie an der Speed Triple, was auf eine ausgeprägte Handlichkeit schließen lässt.
Prototyp Triumph Trident (5 Bilder)

Ein Heck hat die Trident eigentlich nicht, es endet direkt hinter der Sitzbank und könnte genauso auch von einer älteren Speed Triple stammen, die hier ganz offensichtlich Pate gestanden hat. Das Rücklicht ist unterhalb der Sitzbank in die Kunststoffabdeckung integriert. In der Serie wird aber sicher noch ein schmaler Kotflügel mit Kennzeichenträger und Blinkern Einzug halten. Die Fünf-Speichen-Felgen sehen – bis auf minimale Unterschiede – denen der aktuellen Speed Triple sehr ähnlich.
Großer Rundscheinwerfer
Während die Speed Triple und Street Triple sich immer durch einen Doppelscheinwerfer als markantes Stilmittel ausgezeichnet haben, setzt Triumph bei der Trident auf einen großen Rundscheinwerfer wie an den Modern Classics-Modellen. Die Trident bietet somit einen interessanten Design-Mix aus klassischen und modernen Elementen, wie etwa den breiten Kühler, der sich völlig unverhüllt präsentiert. Bei den Retro-Modellen Street Twin, Thruxton und Speed Twin hatten die Triumph-Entwickler noch alles dran gesetzt, den Kühler so schmal und unauffällig wie möglich zu halten. Der angedeutete Bugspoiler und der knappe Auspuff wollen an der Trident hingegen sportliche Akzente setzen.
Prototyp Triumph Trident Details (9 Bilder)

Einen ganz besonderen Hingucker bildet der kleine, runde Tacho bei dem es sich aber zumindest an dem Prototyp offensichtlich noch nicht um ein TFT-Display handelt. Triumph verkündet allerdings, dass die Trident den Fahrer mit einbinden wird, was auf Bluetooth-Konnektivität hinweist. Damit besteht die Chance, dass das neue Modell in Serie doch ein TFT-Display erhalten wird.
Einsteigermodell
Die Trident soll das dringend benötigte, günstige Einsteigermodell für Triumph werden. Die Briten versprechen einen „wirklich wettbewerbsfähigen Preis“ für das Serienmodell. Der Markt in der unteren Mittelklasse ist hart umkämpft, aber einträglich: Seit Jahren stehen die Yamaha MT-07 und Kawasaki Z 650 in den Zulassungsstatistiken ganz weit oben. Beide kosten knapp unter 7000 Euro, leisten 75 PS bzw. 68 PS und bieten die Möglichkeit, auf A2-Führerschein taugliche 48 PS gedrosselt zu werden. Die bislang günstigste Triumph, die Street Triple S für 8450 Euro, taucht erst weit abgeschlagen bei den Neuzulassungen auf. Das ist einer der Gründe, warum Triumphs Marktanteil seit Jahren stagniert, trotz einiger wirklich hervorragender Modelle, die aber alle ihren Preis haben.
A2-tauglich
Triumph hat den Motor nach eigenen Angaben aus dem bekannten 765-cm3-Dreizylinder der Street Triple neu entwickelt, es dürfte sich aber vermutlich um die 660-cm3-Variante der Street Triple mit 95 PS handeln, die extra für den A2-Führerschein eingeführt wurde. Es dürfen nämlich nur Motoren auf 48 PS gedrosselt werden, die höchstens 95 PS in Serie produzieren. Da Triumph betont, dass der neue Motor auch schon früh Drehmoment bietet, könnten die Entwickler möglicherweise die Spitzenleistung zugunsten eines besseren Drehmomentverlaufs gekappt haben. Rund 75 PS würden für ein leichtes Motorrad völlig ausreichen und vor allem können so die Kosten niedrig gehalten werden, denn Triumph wird den Preis nahe bei der Konkurrenz ansiedeln – das hieße etwa 7000 Euro.
Triumph will sich mit der neuen Trident mehr Marktanteile erkämpfen. Das neue Modell setzt auf ein puristisch-sportliches Design und will Einsteiger mit Stil und günstigem Preis überzeugen. Das Serienmodell dürfte nahe am Prototyp liegen und könnte eine neue Erfolgsstory für Triumph werden.
(mfz)