Corvette ZR1: Ausritt in der bis dato stärksten Serien-Vette

Schon im Stand weisen Sicht­karbon und große Luftaus­lässe auf die Besonderheit dieses Modells hin, das mit handgefertigtem V8, Keramikbremsen und weiteren Schmankerln Tempo-Freaks begeistert

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  • gh
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Nierstein, 23. August 2009 – In Nierstein am Rhein ist es wie in so vielen Weinorten: Enge Gassen in der Altstadt mit unzähligen Möglichkeiten zum Einkehren laden zum Verweilen ein. Doch wir sind nicht hergekommen, um zu bleiben, sondern um eine Corvette ZR1 in Empfang zu nehmen. Der 647-PS-Bolide ist die sportlichste Serien-Corvette, die es je gab. Und so gilt es zunächst, den über 1,92 Meter breiten Wagen behutsam durchs Straßenwirrwarr Richtung freier Asphalt zu lenken.

Corvette gleich Plastik-Bomber? Wer das sagt, liegt in Sachen ZR1 daneben. Das Chassis besteht aus Aluminium und die Motorhaube aus Karbon. Den Kompressor-V8 sehen wir auch bei geschlossener Haube: Ein Sichtfenster aus hitzebeständigem Spezial-Kunststoff gibt den Blick auf den Smallblock frei. Über uns wölbt sich ein leichtes Double-Bubble-Dach aus Sichtkarbon, und auch der Rest der Karosserie ist rostbeständig: Nur Glasfaser- und Karbonteile führen den Wind um unseren Wagen herum. Sichtbare Unterschiede zu den etwas zahmeren Corvette-Modellen C6 und Z06 machen außerdem noch die großen Doppel-Luftauslässe hinter den Vorderrädern und die zarte Heckspoiler-Lippe aus.

Corvette ZR1: Ausritt in der bis dato stärksten Serien-Vette (35 Bilder)

Die sportlichste Serien-Corvette aller Zeiten: ZR1 mit 647 PS

Im Cockpit haben die maximal zwei Insassen keinen Anlass, über Platz- oder Komfortmangel zu klagen: Man steigt über breite Edelstahl-Einstiegsleisten mit riesigem ZR1-Schriftzug und lässt sich auf dem serienmäßigen Ledergestühl nieder. Dessen angenehm weiche Polsterung hat nichts gemein mit einer harten Karbon-Rennschale. Da auch die Seitenwangen-Verstellung Serie ist, finden alle Körpergrößen die für sie passende ZR1-Position. Die Raumausstatter setzen in der Kabine viel Leder und Karbon ein, aber in der Mittelkonsole sitzt auch noch ein bisschen Old-School-Plastik. Super: Serienmäßig kommt ein Head-up-Display in den Wagen, auf welchem wir sogar die aktuell wirkende Querbeschleunigung ablesen können. Echte Head-up-Displays sind noch sehr selten anzutreffen (die von Peugeot brauchen eine zusätzliche Plexiglasscheibe): Es gibt sie für 7er und 6er BMW, Citroën C6 und Lexus-Modelle – gegen Aufpreis. Und auch beim Heck punktet unsere Ami-Flunder: 634 Liter Gepäck können dort geladen werden – ein rekordverdächtiger Wert in der kleinen Welt der Supersportler.