Der neue Honda Jazz: Mehr PS und mehr Platz im Innenraum

Die Improvisationskunst im Innenraum beherrschte der Honda Jazz wie kein anderer Kleinwagen. Sein gereifter Nachfolger muss nun zeigen, ob er sich alte Tugenden bewahrt hat und Schwächen wie sein etwas hüftsteifes Fahrwerk ablegen konnte

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  • os
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Frankfurt, 11. September 2008 – Als der erste Jazz 1984 auf den Markt kam, war er ein Kleinwagen einfacher Machart, der mit dem heutigen Modell wenig zu tun hatte. Sein Nachfolger folgte ähnlich konventionellen Mustern und musste im deutschen Markt mit dem weit weniger musikalischen Namen Logo antreten. Der Durchbruch kam erst 2002 mit der aktuellen Baureihe, die auch hierzulande zu einem großen Erfolg wurde. Im Unterschied zu den Vorgängern konnte sie mit einem echten Alleinstellungsmerkmal bei den Kunden Punkten – dem verblüffend großen und variablen Innenraum. Der neue Jazz folgt diesem Muster und ist in fast jeder Hinsicht noch etwas erwachsener geworden. Wir konnten den Jazz fahren und uns ein Bild machen, ob er alte Tugenden bewahrt hat und Schwächen wie das etwas hüftsteife Fahrwerk ausgemerzt wurden.

Im Einzelnen betrachtet sind die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger nicht besonders augenfällig. Doch die Summe der Details verleihen dem Neuen einen gereifteren Gesichtsausdruck. Zu erwähnen sind hier die nun spitzer zulaufenden Scheinwerfer, die doppelte Sicke auf der Motorhaube und der anders geformte Kühlergrill. Die Änderungen am Heck fallen kaum ins Gewicht. Die Abmessungen des Jazz sind gewachsen: In der Länge legt der Honda um 55 Millimeter zu, in der Breite sind es 20 Millimeter. Zudem wurde der Radstand um 45 Millimeter und die Spur um 35 (vorn) beziehungsweise um 30 Millimeter (hinten) verbreitert. Das Größenwachstum kommt Honda hauptsächlich dem Innenraum zugute. Auch Fond-Passagiere mit einer Größe von 1,95 Meter stoßen mit den Knien nicht an die Vordersitze.

Der neue Honda Jazz: Mehr PS und mehr Platz im Innenraum (23 Bilder)

Der neue Honda Jazz ist deutlich reifer geworden.

Weitaus umfangreicher fielen die Modifikationen unter der Motorhaube des Jazz aus. Die beiden 1,2- und 1,4-Liter-Aggregate lieferten bislang eine Leistung von 78 beziehungsweise 83 PS. In der neuen Generation erstarken die beiden Triebwerke bei gleichem Hubraum auf 90 und 100 PS. Unser Testwagen in der 1,4-Liter-Variante ist mit dem optionalen automatisierten Schaltgetriebe i-Shift ausgerüstet, welches ausschließlich für den großen Motor erhältlich ist. Laut Honda dauert die Beschleunigung auf Tempo 100 13,6 Sekunden. Subjektiv gefühlt ist das eine halbe Ewigkeit. Vor allem Überholmanöver wollen wohl überlegt sein. Deutlich schneller geht es mit dem Schaltgetriebe voran, hier steht die Tachonadel bereits nach 11,4 Sekunden bei 100. Nichtsdestotrotz, für den normalen Gebrauch im Stadtverkehr ist der Jazz 1.4 ausreichend motorisiert. Einen Verbrauchswert geben die Japaner noch nicht an, während unserer Testrunde in und um Frankfurt genehmigt sich der Jazz aber rund sieben Liter.