Kölscher Crossover: Der Ford Kuga im Test

Mit dem neuen Kuga bläst Ford zur Jagd auf den Platzhirsch VW Tiguan. Etwas dynamischer ausgelegt als der Wolfsburger, wendet er sich an Offroad-Fans, deren Revier nur im Ausnahmefall das Gelände ist

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  • sg
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Benalup (Spanien), 15. April 2008 – Was VW schon mit dem Touran demonstrierte, ging auch beim Tiguan gut: Eigentlich zu spät gekommen, wird er den Wolfsburgern geradezu aus den Händen gerissen, mehrere Monate Wartezeit müssen die Kunden schon einplanen. Da kommt der neue Ford Kuga gerade recht, der ein paar Euro weniger kostet und einen Hauch dynamischer ausgelegt ist. So muss man kein Offroad-Experte sein, um schon beim Ausflug über schlammige Feldwege zu merken, dass der Kuga hauptsächlich für die Straße gemacht wurde. Auf den Felgen sitzen zivil profilierte M+S-Reifen und am Mitteltunnel findet sich nur ein Schalter zur Deaktivierung der Einparkhilfe – von Knöpfen für Differenzialsperren oder Getriebeuntersetzungen keine Spur. Trotzdem: Auf unserem ersten Ausritt mit dem neuen Ford wollen wir ihn auch von seiner kernigen Seite kennen lernen – so sie denn vorhanden ist. Also heißt es: Runter vom Asphalt und rauf auf die Schlammpisten in der Olivenplantage.

Im Gegensatz zur frontgetriebenen Einsteigerversion hat unser Kuga das „intelligente“ – und aufpreispflichtige – Allradsystem an Bord. Im Bedarfsfall schiebt dieses System per elektronisch gesteuerter Haldex-Kupplung bis zu 50 Prozent der Antriebskräfte an die Hinterachse. Sprich: Im Normallfall ist auch der 4x4-Kuga als Fronttriebler unterwegs. Von normal kann im Moment allerdings nicht die Rede sein: Vorsichtig wühlen wir uns mit dem Tiguan-Konkurrenten durch den südspanischen Schlamm, nutzen an Steilpassagen die Böschungswinkel aus und registrieren, wie entspannt und souverän der Kuga unter den widrigen Umständen bleibt. Klar: Wirklich schweres Gelände ist das hier nicht, aber eben auch keine anspruchslose Schotterpiste.

Kölscher Crossover: Der Ford Kuga im Test (27 Bilder)

Typisch: Auch der Kuga trägt die Ford-Handschrift namens "Kinetic Design".

Ford-Marketing-Chef Jürgen Stackmann bringt es auf den Punkt: Der Kuga und seine Konkurrenten sind „ich könnte, wenn ich nur wollte“-Autos. Laut Stackmann erwarten SUV-Käufer zwar Offroad-Kompetenz von ihren Fahrzeugen, nutzen diese aber nur im Ausnahmefall. In konkreten Zahlen: 95 Prozent aller SUV-Besitzer bewegen ihre Geländewagen nie dort, wo sie eigentlich hingehören, also im Gelände. Trotzdem erwartet Ford einen Verkaufsanteil von rund 70 Prozent für die Allradversion des Kuga - „ich könnte, wenn ich nur wollte“ eben. Und es kann, das kleine Ford-Crossover: Im Gelände macht das Kompakt-SUV einen durchaus munteren Eindruck. Dazu passend: der kernige Look seiner scharf gezeichneten Karosserie. Die zweiflutige Auspuffanlage signalisiert Motorkraft, matt glänzende Unterfahrschutzplatten vorne und hinten deuten auf Geländegängigkeit hin. Da stört es dann auch nicht, dass diese martialisch anmutenden Accessoires nur Plastikattrappen sind und keine wirkliche Schutzfunktion für den Unterboden übernehmen. Wirklich daheim fühlt sich der VW-Tiguan-Konkurrent eben doch auf der Straße.