Brilliance startet mit dem BS4 neu durch

Der beliebte Dacia Logan konnte mit einfachen Mitteln die Herzen preissensibler Autofahrer erobern, Ähnliches versucht der Brilliance BS4 nun in der Mittelklasse. Wie stehen seine Chancen?

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  • sl
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Dortmund, 15. Oktober 2008 – Angesichts des fürchterlichen Crashtest-Ergebnisses für den Brilliance BS6 im vergangenen Jahr wollen wir dem neuen BS4 schon fast einen aufmunternden Klaps verpassen, als wir uns ihm nähern. Doch fröhlich kaschiertes Mitleid ist unangebracht, schließlich wollen die Chinesen mit ihm endlich den Durchbruch schaffen, auch bei uns. Am 25. Oktober soll er auf den Markt kommen, mit vier Airbags, na ja, und ohne ESP, kaum zu glauben. Nun gut, der Dacia Logan hat es nicht anders probiert und ist dennoch ein Riesen-Erfolg geworden. Also Daumen hoch und mal schauen, was der Brilliance BS4 so kann.

Wie stellt man ein Auto auf die Füße, wenn man möglichst schnell damit auf den Markt kommen will? Man beginnt am besten nicht bei Null. Und so bedienen sich die Chinesen bei etablierten Firmen. Die beiden Benziner stammen von Mitsubishi, beim Fahrwerk hat man beim BS4 mit keinem Geringeren als Porsche zusammengearbeitet, das klingt gut. Und die Karosserie wurde von Pininfarina gestaltet, sicher nicht die schlechteste Adresse für gutes Design. Das Ergebnis ist zwar etwas bieder, kann sich aber durchaus sehen lassen. Ein wenig erinnert die Front an verblichene Rover-Modelle, was dem Chinesen gar nicht schlecht steht. Mit 4,65 Meter ist die Stufenhecklimousine etwa 23 Zentimeter kürzer als der BS6 und tritt in der Mittelklasse an. Mit einem Einstiegspreis von unter 16.000 Euro reiht er sich allerdings preislich in den untersten Teil der Mittelklasse ein – wie etwa auch der Fiat Linea, der allerdings als Punto-Abkömmling im Grunde zu den Kleinwagen gehört.

Brilliance startet mit dem BS4 neu durch (23 Bilder)

Der Brilliance BS4 kommt am 25. Oktober 2008 auf den Markt.

Sieht man von Details wie Schiebedach, Sitzbezügen und Klimatisierung ab, sieht der Innenraum in allen Versionen gleich aus. Er ist für unseren Geschmack zu düster geraten: Ein schwarzer Dachhimmel spannt sich über schwarze Sitze, und auch Armaturenbrett und Instrumente sind schwarz gehalten. Die serienmäßige Holzleiste hebt sich mit ihrem Dunkelbraun kaum ab und Metallakzente wurden nur sparsam eingesetzt. Die Materialien und ihre Verarbeitung sind nicht gerade überzeugend. So gibt es etliche Stellen, wo Klebstoff zutage tritt, und dementsprechend riecht es im Innenraum – nach Chemie. Die Sitze sind allerdings straff gepolstert, wenn sie sich auch aufgrund geringer Konturierung nicht für schnelle Kurvenfahrten empfehlen.