Brilliance startet mit dem BS4 neu durch

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Fahrer und Beifahrer sitzen dicht unter der Decke. Schon bei Mittelgroßen bleibt nicht mehr als eine Handbreit über dem Kopf. Viel besser ist die Kopffreiheit auch im Fond nicht. Dafür ist die Kniefreiheit selbst für große Erwachsene sehr üppig. In den Kofferraum passen 430 Liter Gepäck – wenig für diese Klasse, denn gute Konkurrenten packen 500 Liter und mehr ein. Ebenfalls störend ist die kleine Kofferraumöffnung und die Tatsache, dass sich die Rücksitzlehnen nicht umlegen lassen.

Zwei Benzinmotoren werden im BS4 angeboten, ein Diesel ist in Vorbereitung. Der 1,6-Liter-Benziner mit 100 PS ist aus dem Mitsubishi Lancer Kombi bekannt, der 1,8-Liter mit 136 PS aus dem normalen Lancer. Der Basismotor bringt die rund 1,5 Tonnen schwere Limousine in 13,9 Sekunden auf Tempo 100. In der Praxis fühlt sich das nicht ganz so träge an, wie es klingt – der Motor ist für das Auto ausreichend. Uns hat jedoch gestört, dass er schon ab 3000 Touren recht laut wird. Und sparsam ist er auch nicht: 8,0 Liter im EU-Mix sind wahrlich keine Heldentat. Ein Linea 1.4 T-Jet mit 120 PS braucht nur 6,7 Liter, ein Peugeot 407 mit 125 Benziner-PS kommt mit 7,7 Liter aus und ein Skoda Octavia mit 102 PS mit 7,4 Liter. Der 1,8-Liter-Motor lässt den BS4 zwar etwa zwei Sekunden schneller auf 100 sprinten, doch subjektiv fühlt sich das Auto damit auch nicht viel flotter an. Das mag daran liegen, dass das maximale beim stärkeren der beiden Aggregate zwar höher ist, aber erst bei höheren Drehzahlen anliegt. Beide Motoren kombiniert Brilliance mit einer Fünfgang-Schaltung, die sich gut bedienen lässt.

Beim Fahrwerk setzt Brilliance auf eine Doppel-Querlenker-Vorderachse und eine Multilenker-Hinterachse. Bei niedrigem Tempo bewegt man das Auto damit auch sicher, doch kleine Schlenker bei Autobahntempo lassen es im BS4 schnell ungemütlich werden. Die Lenkung ist indirekt ausgelegt – sportliche Fahrer werden damit nicht glücklich.