Mercedes SLR McLaren Roadster im Test

Über den Sinn des Mercedes SLR McLaren Roadster zu sprechen, ist müßig. Ihn fahren zu dürfen, ist für die meisten ohnehin ein einmaliges Erlebnis – angesichts des Preises von fast einer halben Million Euro

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  • os
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Haar, 30. April 2008 – In München muss man sich nicht grämen, wenn man sich einen Porsche oder Ferrari vor die Haustür stellen kann. Wenn man noch auffallen will, muss man ohnehin zu noch exotischeren Kalibern greifen, etwa dem 626 PS starken Mercedes SLR McLaren Roadster. Wo auch immer man mit dem Flügeltürer auftaucht, sorgt er für Aufmerksamkeit. Selbst die freundlichen Herren in Grün machen beim vermeintlichen Zwangsstopp keinen Hehl daraus, dass sie eigentlich nur das Auto in Augenschein nehmen wollen.

Noch beeindruckender als die Außenwirkung des Roadsters sind seine Fahrleistungen. Ein leicht erhöhter Puls und eine gewisse Aufregung lassen sich beim Einstieg kaum vermeiden. Das Anlassen des Motors machen es nicht besser. Die Endrohre – oder Sidepipes, wie sie beim SLR heißen – brauchen in Deutschland eine Sondergenehmigung und münden unmittelbar hinter den Vorderrädern in der Frischluft. Diese ungewohnte Nähe an Fahrers Ohren verstärkt das tiefe Brabbeln des 5,4-Liter-V8-Motors noch mehr. Tritt man das Gaspedal bis zum Anschlag, resultiert daraus nicht nur eine raketenartige Beschleunigung, sondern auch ein infernalisches Brüllen des V8-Triebsatzes, das sich unbarmherzig durch die Gehörgänge der Insassen frisst.

Mercedes SLR McLaren Roadster im Test (34 Bilder)

Mit dem Mercedes SLR McLaren Roadster nicht aufzufallen, ist schwierig.

Zurück zum Vortrieb des Supersportlers aus Affalterbach. Beim Anfahren innerorts genügen bereits wenige Millimeter Pedalweg für eine noch einigermaßen legale Beschleunigung. Außerorts und auf der Autobahn darf es auch gerne ein Kickdown sein. Im Bedarfsfall beschleunigt der Schwaben-Sportler in brachialen 3,8 Sekunden auf Tempo 100 und die Tachonadel hört erst bei 332 Sachen auf, sich zu bewegen – und das zur Not auch ohne Dach.

Ob bei Topspeed oder gemütlichem Cruising-Tempo: Der schwäbische Flügeltürer will offen gefahren werden. Nur so kommt man in den ungefilterten Genuss des faszinierenden Sounds. Die tiefe Sitzposition und die weit nach hinten gezogene Windschutzscheibe sorgen dabei für erstaunlich wenig Verwirbelungen im Innenraum. Bei schlechtem Wetter lässt sich das halbautomatische Dach innerhalb von zehn Sekunden elektrisch verschließen. Um auch Geschwindigkeiten jenseits der 300 km/h zu ermöglichen, sind in das Verdeck mit Softtop-Optik mehrere Aluminium-Platten eingearbeitet.