Mercedes SLR McLaren Roadster im Test
Seite 2: Mercedes SLR McLaren Roadster im Test
Komplett aus Karbon gefertigt
Die Karosserie des SLR Roadster besteht bis auf den aus Aluminium gefertigten Motorrahmen komplett aus Karbon. Das soll zum einen das Gewicht drücken – dennoch bringt das vermeintliche Leichtgewicht noch stattliche 1825 Kilo auf die Waage – zum anderen erhöht der exklusive Werkstoff die Steifigkeit des offenen Sportlers. Um bei Überschlägen ein gewisses Maß an Sicherheit gewährleisten zu können, ist die A-Säule durch ein hochfestes Stahlrohr zusätzlich verstärkt und hinter den Sitzen sind zwei feste Überrollbügel verbaut.
Giftige Bremse
Die beinahe nervöse Lenkung des offenen Zweisitzers reagiert auf Befehle äußerst direkt. Beim Einparken wird das Rangieren zur harten Arbeit, die breiten Walzen des SLR sträuben sich bei langsamen Tempo vehement gegen alle Lenkbefehle. Bei flotter Fahrt auf welligem Untergrund hat man alle Hände voll zu tun, um den SLR sauber in der Spur zu halten. Ein ähnliches Bild vermittelt auch das stehende Bremspedal. Bei vorsichtiger Behandlung passiert erstmal nicht viel. Steigt man dann etwas beherzter in die Eisen, packen die Scheibenbremsen mit karbonverstärkten Keramikscheiben dermaßen fest zu, dass man bei den ersten Haltemanövern fast ins Lenkrad beißt. Für den Einsatz auf der Rennstrecke, wo kurz und hart gebremst wird, mag das die Ideallösung sein, im öffentlichen Straßenverkehr würde ich mir allerdings ein etwas harmonischeres Ansprechverhalten der ansonsten tadellosen Keramikbremsen wünschen.
Auffallen um jeden Preis
Bleiben zwei kleine Mankos des Mercedes SLR McLaren Roadster: der Spritverbrauch und der Preis. Wer kann, der kann zwar bekanntlich, doch die Hürden sind hoch. Laut Mercedes spritzt sich der 626-PS-Bolide durchschnittlich 14,5 Liter Super Plus in die Brennräume. Dass hier der Wunsch Vater des Gedanken war, entlarvt bereits ein kurzer Blick auf die möglichen Fahrleistungen. Selbst bei nicht übertrieben schnellen Testfahrten pendelte sich der Spritbedarf bei 20,5 Liter ein – 25 Liter sind aber auch kein Problem. Dass sich die Verbrauchsfrage kaum einem stellen wird, dafür sorgt der Grundpreis von sage und schreibe 493.850 Euro. Der Testwagen kostet inklusive aller Extras die Kleinigkeit von 524.730 Euro – bei einer Auflage von 1300 Exemplaren bleibt einzig der Flottenverbrauch im Rahmen.