BMW Alpina B3 Biturbo im Test

Der Erfolg von Alpina begann, als Burkard Bovensiepen einen BMW 1500 per Doppelvergaser auf das Leistungsniveau des BMW 1800 brachte – das war 1961. Heute hilft im B3 Biturbo ein doppelter Turbolader beim Atmen nach

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Haar, 5. Mai 2008 – Im Jahr 1961 entwickelte der Maschinenbaustudent Burkard Bovensiepen eine Doppelvergaseranlage für den BMW 1500 und brachte ihn damit auf das Leistungsniveau des BMW 1800. Weil der 1800er bei seinem Erscheinen kaum teurer als der 1500er war, reagierten die Kunden verärgert und waren ebenso wie die BMW-Oberen froh, eine Nachrüstmöglichkeit zu haben, für die BMW zudem die Werksgarantie aufrecht erhielt. Die „Alpina-Geschichte“ erzählt von einer damals wie heute ungewöhnlich innigen Verbindung von Automobilhersteller und Tuner, die im Kern bis heute gilt: Bis heute nimmt sich Alpina BMW-Fahrzeuge mit dem Segen des Konzerns vor, um deren Körper und Herz vergleichsweise dezent zu kräftigen.

Das gilt auch für den B3 Biturbo, dessen Grundlage der 306 PS starke BMW 335i ist. Der Reihensechszylinder des Alpina bringt es nach der Leistungskur auf 360 PS bei einem Drehmoment von 500 Newtonmeter, der Serien-335i muss sich mit gewiss nicht ärmlichen 400 Newtonmeter bescheiden. Als Sparringspartner für den B3 bietet sich schon eher der M3 an, der mit 420 PS zwar deutlich mehr leistet, aber ebenfalls nur 400 Newtonmeter anzubieten hat. Der Alpina schafft den 100-km/h-Sprint in 4,8 Sekunden, der M3 ist mit 4,9 Sekunden minimal langsamer. Zudem ist beim Alpina erst bei 285 km/h Schluss, während der M3 bei 250 km/h elektronisch eingebremst wird.

BMW Alpina B3 Biturbo im Test (19 Bilder)

Der BMW Alpina B3 Biturbo (Bild) bedient sich eines BMW 335i.

Der Drehmomentvorteil des Alpina hat einen einfachen Grund: Anders als BMW beim M3 vertraut Alpina nicht nur auf das Hochdrehzahlkonzept, sondern auf zwei Turbolader. Seine maximale Leistung liegt bereits bei 5500 Touren an, wogegen der M3 dafür 8300 Umdrehungen braucht. Alpina gibt den Verbrauch für den aufgeladenen Sechszylinder mit 9,8 Liter an, bei unseren teilweise sehr flotten Testfahrten genehmigte sich der Allgäuer im Schnitt knappe 15 Liter des teuren Guts. In der Praxis zeigt sich die B3-Limousine unglaublich agil und spritzig. Es gibt praktisch keinen Drehzahlbereich, in dem der Biturbo nicht bereit wäre, kräftig zuzupacken.