Urteil: Skoda muss Zulieferer TWB entschädigen
Der Streit zwischen Volkswagen und Zulieferer Prevent wird seit einiger Zeit juristisch ausgefochten. Nun muss Skoda wohl eine Entschädigung zahlen.
In diesem Streit geht es um Teile von Autositzen, die TWB an Volkswagen liefern sollte. Im Bild: Skoda Superb iV (Test)
(Bild: Pillau)
- dpa
Die Volkswagen-Marke Skoda muss einem Unternehmen ihres früheren Zulieferers Prevent nach der Aufkündigung eines Vertrags über Autositzteilen Schadenersatz zahlen. Eine genaue Summe wird in einem entsprechenden Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Celle zwar nicht genannt, die Entschädigung soll sich aber auf den Wert ausgebliebener Lieferungen von April 2019 bis Ende 2025 beziehen. Der Streitwert selbst liegt bei 7 Millionen Euro, Prevent sieht eine Signalwirkung auch für andere Prozesse.
Videos by heise
Volkswagen hatte zum 31. März 2019 Verträge mit der Firmengruppe nach einem Lieferboykott und heftigen Krach um Konditionen einseitig beendet, vor weiteren Gerichten und in weiteren Ländern laufen noch Verfahren. Die Entscheidung ergibt sich aus der Berufung gegen einen vorherigen Beschluss des Landgerichts Hannover. Der Kartellsenat des Celler OLG beschloss nun, die ursprünglichen Kläger Volkswagen AG und Skoda müssten dem Prevent-Ableger TWB „allen Schaden ersetzen“, der aus der Kündigung des Liefervertrags und Verweigerung von dessen Erfüllung „entstanden ist oder noch entstehen wird“. Skoda soll außerdem Auskunft darüber geben, welche Ersatzlieferanten seit April 2019 ausgewählt wurden.
Volkswagen erklärte, man halte das Urteil für falsch. Unter anderem hätten die Richter nicht ausreichend berücksichtigt, dass aus Sicht des Konzerns eine mögliche Drohung mit einem erneuten Lieferstopp durch Prevent im Raum gestanden habe. Es würden weitere Rechtsmittel geprüft. Ein Prevent-Sprecher entgegnete, der Zulieferer sehe sich bestätigt, dass die Skoda-Kündigungen „unbegründet und rechtswidrig waren“.
(mfz)