Abgasbetrug: Durchsuchungen bei Continental
Ermittler haben nach der Razzia im Herbst Geschäftsräume des Autozulieferers Continental im Zusammenhang mit dem Abgasbetrug durch Volkswagen erneut durchsucht.
Haben Conti-Mitarbeiter möglicherweise an der betrügerischen Motorsteuerung für Volkswagen mitgearbeitet?
(Bild: Continental)
- dpa
Staatsanwaltschaft und Polizei haben vor gut zwei Wochen in der Continental-Zentrale in Hannover erneut Geschäftsräume des Autozulieferers im Zusammenhang mit Volkswagens Abgasbetrug Volkswagen durchsucht. Das gab ein Konzernsprecher am Donnerstag (28. Januar 2021) bekannt.
Es ist die zweite derartige Aktion nach der im Herbst 2020. Continental kooperiere mit den Behörden, Einzelheiten zu den am 12. Januar fortgesetzten Untersuchungen nannte das DAX-Unternehmen nicht.
Inzwischen 41 Verdächtigte
Die Zahl der Verdächtigen ist demnach mit 41 inzwischen deutlich höher, bisher hatten sich die Vorwürfe gegen sieben Ingenieure und zwei Projektleiter gerichtet. "Der Kreis wurde erweitert, aber es ist weiterhin dasselbe Verfahren", hieß es von Continental.
Im Juli und September 2020 hatte es ebenfalls Durchsuchungen gegeben – unter anderem auch in Regensburg, wo große Teile der inzwischen ausgelagerten Antriebssparte Vitesco angesiedelt sind. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug und der mittelbaren Falschbeurkundung in den Jahren 2006 bis 2015.
Hat Conti an der Abschaltfunktion mitgearbeitet?
Konkret geht es um die Frage, ob Mitarbeiter der früheren Siemens-Autotechnik-Sparte VDO – von Continental 2007 übernommen – möglicherweise den Auftrag für die Motorsteuerung einer Ausgabe des späteren VW-Diesels EA 189 in dem Wissen annahmen, dass Volkswagen damit betrügerische Absichten verfolgen wollte. Zudem wird Hinweisen nachgegangen, dass die Dokumentation der Abgas-Software entsprechend beeinflusst worden sein soll.
Chronologie des Abgas-Skandals (78 Bilder)

(Bild: EPA
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(fpi)