Eins zu eins: KTM 1290 Super Duke RR
KTM erleichtert sein schnelles Naked Bike 1290 Super Duke R mit dem Ziel "ein PS pro Kilogramm". Zusätzlich wurde das Fahrwerk verbessert.
Eine groĂźe Erleichterung und bessere Fahrwerkskomponenten dĂĽrften die ohnehin rasante 1290er Super Duke R noch einmal spĂĽrbar schneller machen. Die Zielgruppe ist ĂĽberschaubar.
(Bild: KTM)
- Ingo Gach
Die KTM 1290 Super Duke R gilt als extrem kräftiger Vertreter unter den Naked Bikes. Aus 1301 cm3 Hubraum holt der V2 beachtliche 180 PS bei 9500/min und stemmt satte 140 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle bei einem Leergewicht von 210 Kilogramm. KTM selbst hat ihr deshalb den Beinamen "The Beast" verliehen – dabei fährt sich das Naked Bike erstaunlich friedfertig, solange der Gasgriff nicht plötzlich auf Anschlag gedreht wird.
Videos by heise
Doch das reichte KTM nicht und sie legen nun die verschärfte Version 1290 Super Duke RR in einer limitierten Edition von 500 Stück auf, zum Preis von je 24.995 Euro. Noch mehr Leistung wäre wohl wirklich etwas zuviel des Guten gewesen und so ließen die Ingenieure den Motor unangetastet, stattdessen schraubten sie am Leistungsgewicht, ganz nach dem Vorbild der KTM 990 Super Duke R von 2008.
KTM 1290 Super Duke RR I (8 Bilder)

Die hatte im Vergleich zur Basisversion einen um zwölf PS kräftigeren 132-PS-Motor und vor allem eine Solo-Sitzbank sowie eine knallharte Federung. Dazu gab es gegen Aufpreis nicht nur eine Akrapovic-Auspuffanlage aus Titan, sondern auch viele Teile aus Kohlefaserlaminat wie zum Beispiel ultraleichte Felgen. Schon damals pflegte KTM die Tugend des Leichtbaus, um auf der Rennstrecke noch besser zu performen – denn nur dort brachte das knüppelharte Fahrwerk der 990 Super Duke R etwas, auf der Landstraße war es ein Folterinstrument.
Das Beast verliert neun Kilogramm
Das kann die 1290 Super Duke RR heute sicherlich besser. KTM hat das Beast um neun Kilogramm erleichtert, so dass sie – laut Herstellerangaben – nur noch 180 Kilogramm Trockengewicht auf die Waage bringt. Somit trifft auf jedes PS nur ein Kilogramm Gewicht. Erreicht wurde die Diätkur auch bei der 1290er unter anderem durch Verkleidungsteile aus Kohlefaserlaminat: die Kühler- und Heckverkleidung, der vordere Kotflügel und sogar der komplette Heckrahmen besteht aus dem leichten Material, der Hauptrahmen sowie der 16-Liter-Tank sind aber weiterhin aus Stahl gefertigt.
Eine Lithium-Ionen-Batterie soll weitere 2,5 Kilogramm abknabbern, außerdem ersparen die Schmiede-Felgen 1,5 Kilogramm an ungefederten Massen, was Abtastverhalten und Einlenken verbessern dürfte. Als Serienbereifung wählte KTM mit dem Michelin Power Cup2 einen Rennreifen mit Straßenzulassung. Ein Akrapovic-Endschalldämpfer aus Titan mit Endkappe aus Kohlefaserlaminat unterstreicht den sportlichen Auftritt.
Nur fĂĽr Solofahrten
Wie einst die 990 Super Duke R ziert auch ihre Enkelin eine Solo-Sitzbank, wodurch natürlich die Sozius-Fußrasten eingespart werden konnten. Ein neues, griffigeres Sitzkissen ist um zehn Millimeter höher als die Standard-Ausführung. Die RR-Variante bekommt einige nette Features serienmäßig mit auf den Weg: CNC-gefräste und zwölffach einstellbare Fußrasten und einen kleinen Kennzeichenhalter, dessen LED-Mini-Blinker auch gleich das adaptive Rücklicht integrieren. Selbstredend lässt sich der Kennzeichenhalter für den Rennstreckeneinsatz mit wenigen Handgriffen entfernen.