Designer-Taxi: Überarbeiteter Mercedes CLS
Mercedes unterzieht seine Beauty-E-Klasse einem leichten Lifting. Neben einer Nasenkorrektur gibt es einen neuen Vierzylinder-Turbodiesel mit 48-Volt-Bordnetz.
(Bild: Mercedes)
- Christian Lorenz
2004 fingen sie bei Mercedes damit an. Der CLS war das erste "viertürige Coupé". Mit ihm begann Daimlers Marketing-Unart, Fahrzeugkategorien ignorant und nach Herzenslust neu zu definieren. Natürlich war und ist der CLS jetzt und in aller Zukunft exakt so viel Coupé wie die weitgehend identische E-Klasse – mithin eine ganz klassische Limousine.
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Vielleicht ist den Mercedes-Leuten die Fake-Coupéwelle mittlerweile peinlich, die sie mit dem CLS losgetreten haben und die in den grassierenden "SUV-Coupés" ihren traurigen Tiefpunkt findet. Wahrscheinlich ist das aber nicht. Andererseits ist es auch gar nicht einfach, eine E-Klasse-Variante mit dem Design-Anspruch zu kategorisieren und vermarkten, ihre Taxigene optisch möglichst vergessen zu machen.
Leichte Nutzwerteinbußen
Seit Frühjahr ist die E-Klasse im Designeranzug in ihrer dritten Generation auf Basis der E-Klasse W 213 dem Markt. Im Vergleich zum "Taxi" muss der ästhetisch anspruchsvollere CLS-Kunde lediglich ein um 20 Liter geringeres Kofferraumvolumen und eine eingeschränkte Kopffreiheit im Fond in Kauf nehmen.
Mercedes CLS W257 (18 Bilder)

(Bild: alle Mercedes
)
Die in der E-Klasse zahlreichen Plug-in-Hybridvarianten gibt es im CLS (W 257) ebensowenig wie die AMG-Vollfettstufe 63, welche die E-Klasse mit bis zu 130 kW mehr malträtiert als den mit 320 kW schon sehr ordentlich motorisierten Top-CLS 53 4MATIC plus. Wer auf exklusive Ästhetik wert legt, muss also im Falle von E-Klasse/CLS auf technische Schmankerl verzichten.
Neuer Vierzylinder-Diesel
Einzige technische Neuheit beim CLS-Facelift ist der neue Vierzylinder-Mildhybrid-Diesel im CLS 300d 4MATIC. Der neue Dieselmotor OM 654 M basiert auf dem unverändert im CLS 220d angebotenen Zweiliter-Vierzylinder OM 654. Außer dem 48-Volt-Bordnetz erhielt er eine neue Kurbelwelle, die einen leicht vergrößerten Hubraum von 1993 statt 1950 ccm ermöglicht. Hinzu kommen zwei wassergekühlte Turbolader, die im OM 654 M jetzt beide über variable Turbinengeometrie verfügen.
Diese Maßnahmen erhöhen die Leistung gegenüber dem 220d um über 50 kW auf 195 kW (265 PS), die kurzzeitig mit elektrischem Boost noch einmal um 15 kW (20 PS) aufgeblasen werden können. Zudem wurde der Einspritzdruck um 200 bar auf jetzt 2700 bar gesteigert. Das maximale Drehmoment wuchs im Vergleich zum 220d um 150 Nm auf 550 Nm.