Scheuer möchte weitere Förderung von privaten Wallboxen für Elektroautos

Der Verkehrsminister plädiert dafür, Bau und Kauf privater Ladestationen auch nach dem Ausschöpfen des aktuellen Fördertopfes weiter finanziell zu unterstützen.

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Die KfW fördert den Aufbau und Kauf privater Wallboxen seit November 2020 pauschal mit 900 Euro, sofern die Gesamtkosten mindestens bei dieser Summe liegen.

(Bild: VW)

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  • dpa
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Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, mehr Geld für die Förderung privater Ladestationen für Elektroautos zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der ungebrochen hohen Nachfrage reichten die Mittel eines Förderprogramms in Höhe von 500 Millionen Euro nur noch bis zum 1. Juli 2021, schrieb Scheuer in einem Brief an Scholz.

Scheuer bat den Finanzminister, das Programm aus vorhandenen Mitteln des Energie- und Klimafonds um weitere 200 Millionen Euro aufzustocken. "Ein Stopp zum jetzigen Zeitpunkt wäre ein schlechtes Signal mitten in der Phase des Hochlaufs der Elektromobilität in Deutschland", argumentiert noch amtierende Bundesverkehrsminister.

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Das Programm stelle einen großen Anreiz für die beschleunigte Anschaffung eines Elektrofahrzeugs dar, hieß es in dem Schreiben. Das Laden von Elektrofahrzeugen an privaten Stellplätzen sei von zentraler Bedeutung für den Aufbau eines leistungsstarken und zuverlässigen Ladeinfrastrukturnetzes. Mit dem Programm fördert der Bund den Einbau von Wallboxen.

Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, sprach sich dafür aus, dass die Bundesregierung das Programm zur Förderung der privaten Ladeinfrastruktur weiterführen sollte. "Wir begrüßen daher ausdrücklich den Vorschlag von Bundesminister Scheuer. Deutschland fällt bereits jetzt beim Ausbau der Ladeinfrastruktur zurück." Das habe jüngst auch Scholz kritisiert. "Der Finanzminister sollte nun rasch handeln, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher Planungssicherheit haben."

Kritisch sieht das der Linken-Verkehrspolitiker Jörg Cezanne: "Mit der Förderung öffentlich zugänglicher Ladestationen wäre der Elektromobilität mehr gedient, als mit E-Zapfsäulen im Vorgarten. Zudem leidet das Programm an einer sozialen Schieflage, denn die Steuermillionen kommen ausschließlich bei Menschen an, die sich ein teures Elektroauto leisten können." Bei den Gesamtkosten liegen Elektroautos aktuell meistens schon unterhalb von vergleichbaren Verbrennern, wie unsere Reihe "Sprit vs. Strom" gezeigt hat.

Strom vs. Sprit: Wer fährt günstiger?

Unterdessen steigt der Anteil der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben weiter stark an. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden insgesamt 1.116.737 Autos in Deutschland erstmals zugelassen. 428.381 davon hatten keinen alleinigen Benzin- oder Dieselverbrennungsmotor eingebaut. Davon entfielen laut KBA auf:

  • Plug-in-Hybride: 132.257
  • Batterieelektrische Autos: 115.296
  • Benzin-Hybrid: 109.750
  • Diesel-Hybrid: 65.825
  • Gas (CNG und LPG): 5068
  • H2-Brennstoffzelle: 183

In den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres wurde 990.350 Fahrzeuge erstmals zugelassen. Darin enthalten waren 36.188 batterieelektrische Autos und 38.792 Plug-in-Hybride.

(mfz)