Vorstellung: Audi RS 3
Die nächsten Audi RS 3 werden nicht stärker, sollen sich aber dynamischer als ihre Vorgänger fahren lassen. Dafür verteilt Audi die Kräfte feiner als bisher.
(Bild: Audi)
Bei Audi hatte man sich das ganz sicher komplett anders vorgestellt. Die Premiere der nächsten RS 3-Modelle, also der stärksten Ausbaustufe des Audi A3, fällt in eine Zeit, in der die Folgen des Klimawandels mitten in Deutschland dramatisch für jeden sichtbar werden. Der RS 3 soll mit klassischen Werten eines überaus kräftigen Kompakt-Wagens überzeugen.
FĂĽnfzylinder
Als Antrieb dient ein Fünfzylinder mit 2,5 Litern Hubraum, der frei von jeglicher Unterstützung durch einen E-Motor arbeitet. Audi macht sich also nicht die Mühe eines Feigenblattes, mit dem so getan werden soll, als ginge es der anvisierten Käuferschaft um einen maßvollen Treibstoffkonsum. Das ist konsequent und ehrlich, denn Audi dürfte mit dieser selbstverständlich nicht so kommunizierten Herangehensweise absolut richtig liegen. Der Verbrauch wurde im WLTP ermittelt und wird, wie vom deutschen Gesetzgeber auch im Jahr 2021 gefordert, auf den eigentlich schon im Ruhestand befindlichen NEFZ umgerechnet. Für den Fünftürer sollen es 8,3 bis 8,8 Liter im Zyklus sein, die Stufenheck-Limousine ist mit 8,2 bis 8,7 Litern angegeben. Auf Spritmonitor geben ein paar Fahrer des Vorgängers mit der gleichen Maschine an, im Alltag mit weniger als 10 Litern auszukommen.
Videos by heise
Leistung unverändert
Audi ist in ein weiteres Wettrüsten nicht eingestiegen, obwohl die Konkurrenz aus Mercedes und BMW noch einen Hauch mehr bietet. Das ist freilich nur am so oft zitierten Stammtisch von Bedeutung. Der RS 3 liefert zwischen 2250 und 5600/min 500 Nm Drehmoment, die maximales Leistung von 297 kW steht zwischen 5600 und 7000/min bereit. Audi verspricht im Standardsprint eine Zeit von 3,8 Sekunden – es gibt nicht viele Autos, die da noch mithalten können, und für die Zielgruppe ist das durchaus wichtig. Die serienmäßige Höchstgeschwindigkeit liegt bei 250 km/h. Wer etwas draufzahlt, kann bis auf 280 beschleunigen, mit RS-Dynamikpaket und Keramikbremse sind sogar 290 km/h möglich.
Audi RS 3 (10 Bilder)

(Bild: Audi)
Mehr Kupplungen
Hinter der Kurbelwelle übernimmt ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen die Weiterleitung. Ein großer Unterschied zum bisherigen Modell ergibt sich aber erst dahinter. Bisher gab es eine Lamellenkupplung vor dem Hinterachsdifferenzial. Im neuen RS 3 sitzt je eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung an jeder Antriebswelle. "RS Torque Splitter" haben die Produktargumentatoren das genannt. Damit kann Audi die Kraft viel exakter als bisher dorthin schieben, wo es aus dynamischen Gesichtspunkten gewünscht ist. Das kann der Fahrer bis zu einem gewissen Grad selbst regulieren. Audi hat dafür fünf Kennlinien hinterlegt.
(Bild:Â Audi)
Wozu der Aufwand?
Bei schneller Fahrweise wird dem kurvenäußeren Rad mehr Kraft zugeschoben als dem kurveninneren – und das vollvariabel. Audi verspricht ein agileres Kurvenverhalten, weniger Untersteuern. Die Priorität der Lastverschiebung zwischen den Achsen ist abhängig vom gewählten Programm. In "comfort/ efficiency" hat die Vorderachse Priorität, in "dynamic", "RS Performance" und "RS Torque Rear" wird mehr Kraft nach hinten verschoben.
Ab 60.000 Euro
Bei den deutschen Händlern stehen sowohl der Fünftürer wie auch das Stufenheck-Modell ab Herbst dieses Jahres ab 60.000 bzw. 62.000 Euro. Wie üblich wird der Käufer die Chance haben, den Preis mit Sonderausstattungen wie der Keramikbremse oder auch Matrix-Licht weiter anzuheben. Erstaunlich ist die Einschränkung der Lackierung: „Die neuen Audi RS 3-Modelle sind RS-spezifisch in Kyalamigrün und Kemoragrau bestellbar.“ Auf den ersten offiziellen Bildern ist allerdings ein Fünftürer in Rot zu sehen. Vermutlich zeigen diese Ablichtungen schlicht einen Teil des künftigen Angebots, denn in dieser Hinsicht erfüllt man als Anbieter die Wünsche der Kunden besser. So zahlreich sind sie schließlich nicht.
(mfz)