Autozulieferer sehen "Standort Deutschland gefÀhrdet"
Schraubenformer, Blech-, Feder- und Stahlschmiede fĂŒrchten ruinösen Mix aus Markthemmnissen, Teilemangel und Energiekosten. Sie appellieren an die Regierung.
Das sehen traditionelle Federwickler mit Argwohn: Blattfeder aus Glasfaser-Kunststoff statt aus Stahl vom Zulieferer Mubea.
(Bild: Mubea)
- dpa
Deutsche Autozulieferer haben in einem Brief an die Automobilindustrie und die Bundesregierung vor einem Kollaps der Lieferkette in der Automobilindustrie gewarnt. "Zerstörerische Markthemmnisse, chipmangelbedingte Produktionsstopps und drastisch gestiegene Energiekosten werden fĂŒr Zulieferer zum ruinösen Mix. Und gefĂ€hrden den Standort Deutschland", warnte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Industrieverbandes Blechumformung (IBU) Bernhard Jacobs in einem gemeinsam mit dem Industrieverband Massivumformung (IMU), dem Deutschen Schraubenverband (DSV) und dem Verband der Deutschen Federnindustrie (VDFI) verfassten Schreiben.
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Die aktuelle Situation sei hochgefĂ€hrlich fĂŒr die mittelstĂ€ndische Zulieferstruktur, erklĂ€rte Jacobs. Chipmangel zwinge Automobilhersteller zu ProduktionseinschrĂ€nkungen. Bei Zulieferern verursacht dies nach Angaben der VerbĂ€nde ĂŒber 30-prozentige UmsatzeinbrĂŒche. Hinzu kĂ€men LiquiditĂ€tsengpĂ€sse durch nicht abgenommene Fertigware. DSV-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Hans FĂŒhrlbeck appellierte an die Autohersteller, das Chiprisiko nicht auf die Zulieferer abzuwĂ€lzen. Die gute Ergebnislage der Hersteller lasse das sicherlich zu.
Schulterschluss zwischen Autoindustrie und Zulieferern
Notwendig sei jetzt ein Schulterschluss zwischen Automobilindustrie und Zulieferern, verlangten die VerbĂ€nde. AuĂerdem mĂŒsse der Staat das Seine tun, um die Energiekosten fĂŒr die Unternehmen zu begrenzen. "Wer die Zulieferer jetzt allein lĂ€sst, gefĂ€hrdet den Standort Deutschland", warnten die vier VerbĂ€nde.
(fpi)