Verantwortungsvolle Rohstoffgewinnung: Volkswagen tritt Initiative IRMA bei

VW verpflichtet sich dem Schutz der Menschenrechte, der Rechte lokaler Gemeinschaften, den Ausschluss von Korruption, und Gesundheitsschutz Arbeiter.

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Lithium-Gewinnung in Chile.

(Bild: Volkswagen)

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Volkswagen ist der "Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA)" beigetreten und verpflichtet sich damit zu strengen Standards für den verantwortungsvollen Abbau von Rohstoffen. Der Konzern betont, er habe seine Geschäftspartner bereits dazu verpflichtet, Umwelt- und Sozialstandards einzuhalten, doch die unternehmerische Verantwortung gehe darüber hinaus.

Die IRMA ist eine Allianz von gut 50 Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, betroffenen lokalen Gemeinschaften, Investoren, Minenbetreibern und Rohstoffkunden. Als Autohersteller waren bisher BMW und Ford dabei. Das fĂĽhrte beispielsweise dazu, dass die University of Alaska und die University of Massachusetts Amherst im Auftrag von BMW und BASF den Einfluss des Lithium-Abbaus auf die lokalen Wasserressourcen und die umliegenden Ă–kosysteme untersuchen. BMW berĂĽcksichtigt die IRMA-Standards bei seiner Lithiumbeschaffung.

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Volkwagen setzt in seiner Autoflotte auf Elektrifizierung. Diese stelle neue Anforderungen an den verantwortungsvollen Rohstoffbezug, insbesondere bei der Gewinnung von Batteriematerialien wie Kobalt, Lithium, Nickel und Graphit, teilte der Konzern mit.

"Der Weg zu transparenten und nachhaltigen Lieferketten führt direkt bis zur Mine. Deshalb begrüßen wir die Durchsetzung klarer Regeln", erklärte Murat Aksel, im VW-Konzernvorstand für Einkauf zuständig. Solche Standards seien umso effektiver, je einheitlicher sie definiert sind und je mehr Partner sich daran halten. Dabei bringe die IRMA alle wichtigen Akteure zusammen, also die Anbieter und Käufer von Rohstoffen, Arbeitnehmervertretungen, Zivilgesellschaft, lokale Gemeinschaften, Investoren und unabhängige Experten.

Die IRMA-Standards umfassen den Schutz der Menschenrechte und der Rechte lokaler Gemeinschaften, den Ausschluss von Korruption, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz für Arbeiterinnen und Arbeiter sowie betroffene lokale Gemeinschaften, Arbeitsplatzsicherheit und Umweltschutz. "Die Anforderungen reichen vom Grundwasserschutz bis zu Alterskontrollen für Arbeiterinnen und Arbeiter am Zugang der Minen", ergänzt Aksel. Dabei seien sowohl der industrielle Bergbau als auch die weiterverarbeitende Industrie im Blick. Der Volkswagen Konzern will die IRMA-Standards schrittweise in seinen eigenen Batterielieferketten verankern.

Bei Volkswagen müssen nach Angaben des Konzerns seit 2019 alle relevanten direkten Geschäftspartner ein verpflichtendes Nachhaltigkeitsranking durchlaufen, das Umwelt- und Sozialstandards gleichrangig mit anderen Kriterien wie Kosten oder Qualität bewertet. Seit 2020 fordert der Konzern bei allen Neuverträgen für Batterie-Rohstoffe die vollständige Offenlegung der Lieferkette bis zur Mine. 2020 hat der Konzern ein neues einheitliches Rohstoff-Managementsystem eingeführt, das neben Batterie-Rohstoffen wie Kobalt, Nickel, Graphit und Lithium auch Konfliktmineralien wie Tantal und weitere Rohstoffe wie Aluminium, Naturkautschuk und Leder umfasst.

(anw)