Dell bringt neuen Kompakt-Desktop
Michael Dell hat heute in Tokio den Optiplex SX260 als den kleinsten Desktop-Rechner der Firmengeschichte präsentiert.
Michael Dell hat heute in Tokio den Optiplex SX260 als den kleinsten Desktop-Rechner der Geschichte seiner Firma präsentiert.
Mit dem nur etwa 4 Kilogramm leichten und knapp 25 cm × 8,5 cm × 24 cm kompakten Gerät, das in Deutschland ab etwa 800 Euro (inklusive Mehrwertsteuer, aber ohne Versandkosten) zu haben sein soll, bedient Dell das Marktsegment der schicken Mini-Desktops für den Firmeneinsatz. Konkurrenten wie HP/Compaq (hp e-PC, Compaq Evo D150 e-pc) oder IBM (NetVista S Series) haben ebenfalls ultrakompakte oder All-in-One-PCs im Angebot, die für den Netzwerkeinsatz ausgelegt sind. Meist bieten diese Systeme kaum interne Erweiterungsmöglichkeiten und nur wenig Ausstattung, was aber im Sinne der leichten Konfigurierbarkeit und Wartung durchaus erwünscht ist.
Der Dell Optiplex SX260 ist Image-kompatibel mit dem größeren GX260, was die Installation einer großen Menge dieser Rechner in Firmennetzen erleichtert. Beim Prozessor hat der Kunde trotz des kleinen Gehäuses freie Auswahl vom Intel Celeron 1,7 GHz bis zum Pentium 4 2,80 GHz (405 Euro Aufpreis). Als Grafikchip kommt der interne Grafikprozessor des Chipsatzes Intel i845G zum Einsatz. Auf dem Mainboard sitzt außerdem ein Gigabit-Ethernet-Adapter; optional soll ein externer USB-WLAN-Adapter angeboten werden. Der Arbeitsspeicher lässt sich bis auf 1 GByte ausbauen (280 Euro Aufpreis zur Standardkonfiguration mit 128 MByte). Eine 20- oder 40-GByte-Festplatte ist im Gehäuse eingebaut. Ein weiteres Festplatten-, Disketten-, ZIP- oder optisches Laufwerk lässt sich als spezielles Modul nachrüsten.
AuĂźer den zwei USB-2.0-tauglichen Ports auf der Frontseite hat der Optiplex SX260 hinten noch vier weitere USB-2.0-Ports sowie parallele, RS232- und PS/2-Schnittstellen. Das 150-Watt-Netzteil ist wie bei Laptops extern untergebracht und soll im Standby-Zustand des Rechners weniger als 5 Watt Leistung aufnehmen.
Für den Mini-PC sind einige mechanische Zubehörteile wie eine rückseitige Kabelabdeckung und eine Wandhalterung lieferbar. Dell will ab November die trendigen USB-Speichersticks anbieten, dann soll der SX260 von diesen Medien auch booten können. Fujitsu-Siemens (FSC) und Mainboards vieler anderer Firmen bieten diese Funktion ebenfalls an, das BIOS einiger FSC-Mainboards kann FSC-USB-Flash-Sticks auch als (eingeschränkte) Zugriffssicherung für den PC nutzen. In den USA soll der Optiplex SX260 übrigens ab etwa 600 US-Dollar zu haben sein, allerdings ohne Mehrwertsteuer und Versandkosten.
Nach dem Erfolg von Apples iMac kamen zahlreiche kompakte PCs mit integriertem Display auf den Markt, denen aber oft nur wenig Erfolg beschieden war. Auch IBM nimmt die NetVista-X-Serie wieder vom Markt, während der Online-Shop Tchibo.de am vergangenen Montag einen Sonderposten ähnlicher Geräte an Privatkunden verkaufte.
Branchenkenner erwarten dennoch, dass ultrakompakte Desktops wie der Optiplex SX260 in Verbindung mit separaten Flachdisplays einen immer größeren Anteil am wichtigen Markt der Firmenrechner erobern. Dafür spricht, dass HPs e-PC schon seit geraumer Zeit auf dem Markt ist. Compaq hat mit der Evo-Baureihe Laufwerksmodule eingeführt, die sowohl in Notebooks als auch Mini-Desktops derselben Typenfamilie funktionieren; das erleichtert in Großfirmen die Lagerhaltung von Ersatz- und Aufrüstkomponenten.
Andere Anbieter wie Fujitsu-Siemens verkaufen abgespeckte PCs eher als Thin Clients, die als Terminals an einem speziellen Server arbeiten, etwa Windows 2000 Server, Linux oder Citrix Metaframe. Hier sind die Hardware-Anforderungen deutlich geringer, was in Verbindung mit Strom sparenden Prozessoren wie dem National Geode lüfterlose Clients ermöglicht.
VIA zielt mit dem C3-Prozessor beziehungsweise dessen Embedded-Variante VIA Eden auf den hochintegrierten EPIA-Mainboards ebenfalls auf schlanke Mini-Desktops fĂĽr den Einsatz im Firmennetz. Neben kleinen Anbietern wie Concipia hat auch Terminal-Spezialist Wyse Interesse an dieser Plattform. Der einstmals erhoffte Run der GroĂźfirmen auf solche Thin Clients blieb bisher allerdings aus, was auch Sun mit seinen Netzwerk-Computern JavaStation/Sun Ray schon vor Jahren feststellten musste. (ciw)