VW: Alte Batterien aus Elektroautos als Speicher fĂĽr Schnellladepark

Volkswagen hat in seinem Werk in Zwickau einen Versuch begonnen, mit ausgemusterten Speichern das Laden von Elektroautos zu puffern.​

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VW ID.3 in Zwickau

In Zwickau werden inzwischen diverse Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns gebaut - darunter auch der VW ID.3. (Test)

(Bild: VW)

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Die meisten Autohersteller versehen ihre Batterien mit Garantien von rund acht Jahren. Innerhalb dieser Zeit soll die Kapazität nicht unter 70 Prozent sinken, so versprechen es die Konzerne. Renault kam kürzlich zu dem Schluss, dass die Batterien im Zoe länger halten als vermutet. Dennoch: Irgendwann ist der Speicher für den Einsatz im Auto zu verschlissen. Für eine weitere Verwendung muss er überholt werden und könnte dann erneut verwendet werden. Einen solchen Versuch hat Volkswagen nun im Werk in Zwickau gestartet. Dort dienen alte Batterien im Verbund als Puffer für eine Schnellladestation.

96 Module aus Vorserienfahrzeugen des VW ID.3 (Test) und ID.4 wurden dafür zu einer Powerbank mit einem Energiegehalt von 570 kWh zusammengefügt. Die soll Strom aus einer Solaranlage zwischenspeichern. An dem Schnellladepark könnten so bis zu acht Fahrzeuge gleichzeitig mit einer Leistung von 75 kW geladen werden. Insgesamt sind drei solcher Stationen auf dem Werksgelände geplant.

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Über solche Stromspeicher könnten Schnellladestationen künftig vergleichsweise kostengünstig errichtet werden, wo es das vorhandene Stromnetz bisher nicht hergibt. Außerdem könnten sie als Puffer dienen, wenn zu bestimmten Tageszeiten ein erhöhter Strombedarf für das Laden von Elektroautos erforderlich ist. "Die Weiterverwendung von Batterien ist ein wichtiges Zukunftsthema, das eng mit dem Hochlauf der Elektromobilität verbunden ist", betonte die Finanzgeschäftsführerin von Volkswagen Sachsen, Karen Kutzner.

Auch andere Autohersteller nutzen ausgediente Batterien als Speicher. Audi hat im vergangenen Jahr in Nürnberg einen "Charging Hub" eröffnet, der auf gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien aus demontierten Erprobungsfahrzeugen setzt. BMW hatte 2017 in Leipzig eine sogenannte Speicherfarm in Betrieb genommen. Auf dem Werksgelände erhalten dabei bis zu 700 Batterien des Elektroautos i3 eine zweite Nutzung nach ihrem Einsatz in den Autos. Der Speicher wird nach Angaben eines Sprechers aus vier werkseigenen Windrädern mit Strom gespeist. Er diene dazu, die Produktion mit Strom zu versorgen, sei aber auch ans öffentliche Stromnetz angeschlossen.

(mfz)