Porsche 911 Dakar als Neuauflage
Der 911 verkauft sich wie von selbst, möglichen Ennui beim Kunden bekämpft Porsche mit immer neuen Nettigkeiten fürs Programm. Ab 2023 ist eine Pistensau dabei.
Modelle wie der 911 Dakar beleben die Palette
(Bild: Porsche)
- Stefan Grundhoff
Neu ist die Idee eines Porsche 911 als Geländewagen nicht, schließlich überraschten solche Autos schon Ende der 70er auf der East African Safari Rallye und zeigten 1984 auf der Rallye Dakar ungeahntes Durchhaltevermögen bei hoher Dauergeschwindigkeit: Einer von drei Porsche 953 gewann damals die Automobilwertung. Heute modifiziert Porsche die aktuelle Generation des Porsche 992 nun noch einmal auf ähnliche Weise.
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Auf der Los Angeles Autoshow in der kommenden Woche wird Porsche den 911 Dakar als nächstes Elfer-Derivat enthüllen, er ist eine voll pistentaugliche Version des Straßensportwagens. So einen Sportwagen hat es viele Jahre nicht gegeben – schon gar nicht von Porsche.
Vorbild ist der Porsche 911 mit der internen Bezeichnung 953, eine aufwendig umgebaute Version des sogenannten G-Modells. Entwickelt wurde für die Rallye Dakar des Jahres 1984 trug er die damals für Porsche typische blau-weiße Rothmans-Lackierung. Der wichtigste Unterschied war nicht der Leistungsnachschlag auf rund 300 PS, sondern das stark modifizierte Fahrwerk mit reichlich Bodenfreiheit und ein Allradantrieb, der später im Porsche 959 in Serie kam. Sein Gewicht von nur 1274 Kilogramm war ein Riesenvorteil gegenüber allen für die Rallye so gut es ging erleichterten "echten" Geländewagen.
Porsche 911 Dakar (13 Bilder)

Der wohl ungewöhnlichste Porsche
In den vergangenen Jahren tauchten als Vorboten immer wieder Fotos von getarnten Prototypen der Elfer-Baureihe 992 mit einem deutlichen Plus an Bodenfreiheit und Geländereifen aus der Wüste, in Eis, Schnee und im Straßenverkehr auf. Auf der Los Angeles Autoshow – der Lieblingsmesse der Zuffenhausener – werden am kommenden Donnerstag erstmals die Tarnfolien entfernt. Dem Verkaufserfolg dürfte kaum etwas im Wege stehen, der von Spitzenperformance auf der Straße auf Höchstleistung im Gelände umgebaute 911 Dakar ist der wohl ungewöhnlichste Porsche, denn man aktuell kaufen kann.
Innerhalb der Erprobung haben die Entwickler rund um Gesamtprojektleiter Achim Lamparter den Offroad-Elfer über die eigenen Offroad-Prüfgelände, sondern unter extremen Bedingungen über 500.000 Kilometer rund um den Erdball gescheucht – 10.000 Kilometer davon auf unbefestigten Straßen. Auf der südfranzösischen Teststrecke Chateau Lastours wurde unter anderem das Fahrverhalten auf typischen Rallyepisten erprobt und das Fahrwerk abgestimmt. "Die Dakar-Teams kommen hierher, um ihre Autos vor der Rallye in Europa zu testen", sagt Porsche Werksfahrer Romain Dumas, "mir war klar, was ein 911 auf der Straße kann. Aber wie gut das Auto auf Schotter performt hat, war eine absolute Überraschung für mich."
Auch heute zählt eingespartes Gewicht
Unter anderem musste sich der 911 Dakar auf Sandpisten und in hohen Dünen beweisen. "Der 911 Dakar hat auch in der Wüste eine souveräne Performance gezeigt", sagt Frank Moser, Leiter der Sportwagenbaureihen bei Porsche, "gerade hier kann der 911 Dakar seine Konzeptvorteile ausspielen – die Kombination aus niedrigem Gewicht, erhöhter Bodenfreiheit, einem leistungsstarken Heckmotor und dem kurzen Radstand sorgt für jede Menge Fahrspaß."
Porsche will den 911 Dakar ab 2023 anbieten und dürfte sich bei der Vermarktung wohl nicht sonderlich anstrengen müssen. Man darf gespannt sein, wie viele der verkauften Exemplare tatsächlich im sportlichen Wettbewerb auf Wüstenrallies eingesetzt werden.
(fpi)