Formel Elektro: Hightech-Sportler E-Wolf e1

Ein leichter Sportwagen im Stile des Lotus 7 mit reinem Elektroantrieb, und das aus Deutschland: Die Firma E-Wolf hat zusammen mit Spezialisten den straĂźenzugelassenen Formel-Wagen e1 entwickelt

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  • gh
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Neuenrade, 11. September 2009 – Wer sich den Durchbruch bei erschwinglichen Elektroautos erhofft, ist hier falsch – der E-Wolf ist ein Extrem-Renner, sehr teuer und mit geringem Nutzwert. Aber darum geht es auch nicht. Bei den Elektroautos ist ein wenig wie im Rennsport: Hier kann man neue und teure Techniken entwickeln und testen, die wenigen Kunden für solche Gefährte sind in der Regel finanzkräftig genug, um dabei mitspielen zu können. Insofern haben Exorten dieses Kalibers ihre Berechtigung, denn die deutsche Automobilindustrie kann mit ihren Kostenstrukturen den Markt der Elektroautos nicht von unten her erschließen. Die junge Firma E-Wolf hat den leichten und straßenzugelassenen Formel-Sportwagen e1 zusammen mit Spezialisten des Leichtbau-Zentrums Sachsen und des Instituts für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden entwickelt. Der Prototyp des Einsitzers steht auf der IAA (17. bis 27. September 2009 in Frankfurt am Main).

Der e1 ist ein heckgetriebener Einsitzer, bestehend aus einer Karbon-Aluminium-Konstruktion – selbst die Felgen sind aus Karbon gefertigt. Das Leergewicht des Renners soll unter 500 kg liegen, das zulässige Gesamtgewicht gibt E-Wolf mit 570 kg an – der Fahrer sollte sich also nicht allzu viele Speckröllchen angefuttert haben. Dank eines 110-kW-Elektromotors (150 PS) spurtet der Wagen in unter fünf Sekunden auf 100 km/h, bei 230 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Als maximales Drehmoment gibt E-Wolf 250 Nm an.

Formel Elektro: Hightech-Sportler E-Wolf e1 (20 Bilder)

Der e1 von E-Wolf: Rein elektrisch betriebener Rennwagen mit StraĂźenzulassung.

Aber nicht nur die ultraleichte Aluminium-Sandwich-Blechkonstruktion und die selbsttragende kohlenfaserverstärkte Karosserie sind technische Highlights des Wagens. Auch als Lithium-Ionen-Energiespeicher soll eines der modernsten Systeme zum Einsatz kommen. Der Akku-Spezialist Li-Tec steuert die Batterien mit „keramischem Separator“ bei. Die Keramik-Membran ist extrem hitzebeständig, stabil und flexibel, so E-Wolf. Sie sorgt für eine Trennung von Anode und Kathode, wegen ihrer porösen Struktur kann sie von Lithium-Ionen passiert werden. Beim Ladevorgang wandern die Ionen durch Elektrolyt und Separator von der Kathode zur Anode, beim Entladen verläuft dieser Vorgang in umgekehrter Richtung. Der Stromspeicher soll eine hohe Anzahl von Lade- und Entladevorgängen ermöglichen – im Falle des e1 hält die Batterie laut Hersteller zehn Jahre lang.