Neuzulassungen im Oktober 2009

An der Abwrackprämie kommt man nach wie vor nicht vorbei, obwohl das Interesse daran eigentlich erlahmt ist. In den Zulassungszahlen spielt sie allerdings weiterhin eine Rolle

vorlesen Druckansicht 40 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Gernot Goppelt

Hannover, 16. Oktober 2009 – Es lässt sich derzeit kaum vermeiden, immer wieder das Wort "Abwrackprämie" hervorzukramen, obwohl das Interesse an diesem Thema eigentlich weitgehend erlahmt ist. In den Zulassungszahlen spielt sie allerdings noch immer eine Rolle, sorgt dafür, dass auch im Oktober weit mehr Autos zugelassen wurden als in den Vorjahren. Das wird wohl noch bis Ende des Jahres so bleiben, Grund sind die bei einigen Herstellern lange Wartenzeiten aufgrund des unverhofften Andrangs – obwohl die Prämien längst vergeben sind und eine Anschlussregelung nicht zu erwarten.

Als erfreulicher Effekt der Abwrackprämie könnte sich im Nachhinein erweisen, dass tatsächlich ein Lenkungseffekt eingetreten ist, hin zu kleineren und sparsameren Fahrzeugen. Speziell die deutsche Automobilindustrie mag darüber nicht glücklich sein, Umweltpolitiker schon eher. Laut Kraftfahrbundesamt waren im vergangenen Oktober 62 Prozent aller zugelassenen Pkw Minis, Klein- und Kompaktwagen (A-, B- und C-Segment). Auch dadurch sei die durchschnittliche CO2-Emission deutlich gesunken. 13,3 Prozent der neu verkauften Pkw stoßen demnach weniger als 120 g/km CO2 aus, und dies, obwohl der Anteil von Dieselautos nur noch 31,7 Prozent beträgt.

Neuzulassungen im Oktober 2009 (13 Bilder)

Muster mit Wert: Der Ford Ka wurd im Oktober 2525-mal verkauft - im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Zuwachs um 2154,5 Prozent.

Die Marken mit den größten Zugewinnen sind deshalb unter den deutschen Herstellern Opel (+57,6 %), Ford (+33,2 %) und VW (+30,4 %) – bei den Kleinwagen war Opel im Oktober mit dem Corsa sogar Marktführer. Bei den ausländischen Marken profitierten besonders Nissan (+179,6 %), Skoda (+141,5 %) und Suzuki (+91,2 %). Weiterhin liegt der Privatanteil bei den Autokäufern mit 61,8 Prozent ungewöhnlich hoch.

Vergleichsweise ungeschönt durch Fördermaßnahmen jeglicher Art spiegelt das Geschäft mit den Nutzfahrzeugen die wirtschaftliche Lage wider: Die Zulassungszahlen von Lkw gingen im Vorjahresvergleich um 26,1 Prozent zurück, Sattelzugmaschinen verloren um 47,7 Prozent. Bei gebrauchten Nutzfahrzeugen gab es dagegen "zweistellige Zuwachsraten" – während der Verkauf von gebrauchten Pkw dank Abwrackprämie um 6,8 Prozent rückläufig war. (ggo)