Deutsche Opel-Standorte sollen bestehen bleiben

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Von
  • Gernot Goppelt

Das Opel-Werk in Eisenach bleibt bestehen, sagte GM-Europachef Nick Reilly am Mittwoch nach einem Gespräch mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Rüsselsheim. Auch die zeitweise diskutierte zweijährige Stilllegung der Thüringer Autofabrik sei vom Tisch. Nach den derzeitigen Plänen solle die Produktion in Eisenach bis 2012 wieder auf 100 Prozent der Kapazität hochgefahren werden – wenn die Autobranche nicht erneut von einer Wirtschaftskrise erfasst werde. Er hoffe weiterhin auf Unterstützung der Landesregierung in Erfurt, sagte Reilly.

Bei Opel in Eisenach arbeiten 1700 Menschen, die derzeit ausschließlich den Kleinwagen Corsa produzieren. Reilly widersprach einem Zeitungsbericht, wonach Eisenach unwirtschaftlich arbeiten soll. Die Herstellungskosten pro Fahrzeug seien in Eisenach durchaus wettbewerbsfähig, betonte er. Nach dpa-Informationen sollen dort 300 Stellen gestrichen werden. Bei Opel in Deutschland sollen es insgesamt 5300 von rund 25 500 Stellen sein.

Lieberknecht zeigte sich erfreut, dass der Standort erhalten bleibt: "Wir werden als Landesregierung den weiteren Prozess sehr konstruktiv begleiten." Zusagen für Staatshilfen machte sie aber nicht. Wenn das Konzept vorliege, werde Thüringen mit den anderen drei Regierungen der Opel-Standortländer und dem Bund über eine mögliche Unterstützung beraten. Der US-Autobauer General Motors will damit alle vier deutschen Standorte – Eisenach, Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern – erhalten.

Eisenach sei auch in Zukunft ein wichtiger Standort im Opel-Verbund, sagte die Thüringer Regierungschefin. Für das Werk spreche die Motivation und Innovationskraft seiner Mitarbeiter. Lieberknecht forderte GM auf, in der kommenden Woche wie angekündigt ein Restrukturierungs- und Innovationskonzept für Opel vorzulegen. Reilly will den Sanierungsplan am Nachmittag den Arbeitnehmervertretern von Opel vorlegen. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) sprach sich dafür aus, die Verhandlungen über das Opel-Konzept möglichst noch vor Weihnachten abzuschließen, damit die Beschäftigten endlich Sicherheit bekämen.

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hatte berechnet, dass bei einer Schließung von Eisenach Steuerausfälle von rund 382 Millionen Euro drohen und bundesweit bis zu 22.000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Alle fünf Fraktionen im Thüringer Landtag hatten den Erhalt des 1992 eröffneten Werks gefordert. Die Opel Eisenach GmbH gehört zu den wichtigsten Industriearbeitgebern in Thüringen. (dpa) (ggo)