Verband: IT-Branche geht optimistisch ins neue Jahr

"Die Wirtschaftskrise ist weitgehend überwunden", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Laut einer Branchenbefragung rechnen über die Hälfte der Unternehmen für 2010 mit wachsenden Umsätzen.

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"Die Wirtschaftskrise ist weitgehend überwunden", sagte der Bitkom-Präsident bei der Vorlage der Prognose für 2010.

(Bild: Bitkom)

Die deutsche Branche für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) geht optimistisch ins neue Jahr. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (57 Prozent) rechnet für 2010 mit einem Umsatzplus, weitere 17 Prozent erwarten zumindest stabile Umsätze. Das erklärte der IT-Verband Bitkom, der am heutigen Mittwoch in Berlin die Ergebnisse einer Branchenbefragung unter Mitgliedern und weiteren Unternehmen vorstellte. "Die Wirtschaftskrise ist weitgehend überwunden", so Verbands-Präsident August-Wilhelm Scheer. Für 2009 bekräftigte der Verband seine Prognose, dass der Branchenumsatz um 2,5 Prozent auf 142 Milliarden Euro sinken dürfte. Für 2010 wird wieder ein minimales Plus von etwa 0,1 Prozent erwartet.

Besonders optimistisch sind demnach die IT-Dienstleister und die Softwaresparte. Im Servicegeschäft rechnen 71 Prozent der befragten Unternehmen für 2010 mit steigenden Umsätzen, in der Softwarebranche sind es 59 Prozent. Während im Hardwarebereich noch 45 Prozent mehr Einnahmen erwarten, sind es in der Kommunikationstechnik 34 Prozent.

Der Befragung zufolge wollen 38 Prozent der Unternehmen ihre Belegschaft vergrößern, 37 Prozent wollen sie stabil halten. Doch immerhin noch ein Viertel der befragten Unternehmen plant einen Stellenabbau, in der Kommunikationstechnik wollen sich 44 Prozent der Unternehmen verkleinern. Ungeachtet dessen betonte Scheer, die Branche suche trotz Konjunkturflaute weiterhin 20.000 Fachkräfte.

Grundsätzlich würden die Aussichten aber besser bewertet als im vergangenen Jahr, teilte der Verband mit. Eine Belebung sei für Informationstechnologie und Telekommunikation bereits jetzt zu spüren. "Das aktuelle Weihnachtsgeschäft mit hochwertigen Elektronikprodukten wie Computern, Handys oder Flachbildfernsehern läuft hervorragend", sagte Scheer.

Weitere Impulse erwartet der Verband auch von der öffentlichen Hand. Die Maßnahmen der Bundesregierung hätten bereits zu der verbesserten Stimmungslage beigetragen. Dazu zählt der Bitkom das Investitionsprogramm im Rahmen des Konjunkturpakets sowie die Breitbandstrategie und die Green-IT-Allianz. Das reiche allerdings nicht aus, mahnte Scheer mit Blick auf den in der kommenden Woche stattfindenden IT-Gipfel in Stuttgart: "Über das Krisenmanagement hinaus braucht das Land eine langfristige Wachstumsperspektive für die Zeit nach der Krise."

Das diesjährige Gipfeltreffen von Industrie und Politik will der Bitkom nutzen, um das Thema Internetpolitik oben auf die Agenda zu setzen. Da habe es "viele Gesetzesinitiativen" gegeben, sagte Scheer, aber "noch viel mehr Verwirrung und Verunsicherung": Allen voran sei das Gesetz gegen Kinderpornografie im Internet zu nennen, aber auch die Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchungen oder das Urheberrecht. "Es darf nicht länger eine Trial-and-Error-Politik auf dem Rücken der Internetwirtschaft geben", forderte Scheer. Das Internet sei derzeit überreguliert. (vbr)