BMW stellt Wasserstoff-Testflotte ein

Grundlagenforschung fĂĽr Wasserstoff-Antriebe soll zukĂĽnftig im Vordergrund stehen.

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  • Jobst-H. Kehrhahn

BMW hat einen Bericht des Handelsblatts bestätigt, nachdem der Münchener Autobauer vorerst keine neue Wasserstoff-Testflotte bringen werde. Solange die Infrastruktur nicht aktiv ins Rollen komme und sich die politischen Rahmenbedingungen nicht veränderten, ergebe es keinen Sinn, neue Fahrzeuge auf die Straße zu stellen, so ein Unternehmenssprecher gegenüber heise online. "Wir haben eine Flotte, die fährt; jetzt arbeiten wir weiter an den Grundlagen." Wichtig sei vor allem die Frage der effizienten Speicherung des extrem flüchtigen Gases. Bereits vor zwei Monaten hatte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer darauf hingewiesen, dass es neue Forschungs- oder Demonstrationsfahrzeuge erst geben werde, wenn bessere Wasserstofftanks verfügbar seien.

BMW habe deshalb nicht den Glauben an den Wasserstoffantrieb verloren, wie das Handelsblatt getitelt hatte, erklärte der Sprecher weiter. Vielmehr sei der Wasserstoffantrieb eine der Langfristsäulen für das Unternehmen, die man stetig weiterentwickle. Allerdings lasse sich mit einer neuen Fahrzeugflotte derzeit keine neuen Erkenntnisse gewinnen. "Wir haben die Machbarkeit bereits gezeigt."

Für Experten, wie Engelbert Wimmer von der Beratungsagentur PA Consulting, ist das aber nur die halbe Wahrheit: Natürlich würden alle maßgeblichen Unternehmen versuchen, mit Hilfe von Grundlagenforschung "im Wasserstoffumfeld sprachfähig zu bleiben", betonte Wimmer gegenüber heise online. Dass Grundlagenforschung aber einen Ausweg aus der "Sackgasse Wasserstofftechnologie" bringt, bezweifelt er: Es fehle die Infrastruktur, zudem blieben Herstellung, Lagerung und Transport von Wasserstoff auch in Zukunft schlicht zu teuer, und entgegen landläufiger Meinung sei dessen Gewinnung auch keinesfalls nachhaltig: "90 Prozent werden derzeit aus Erdgas hergestellt". Wasserstoff werde deshalb auch in Zukunft nur ein Nischendasein fristen, meint Wimmer.

Einen möglichen anderen Grund für die BMW-Pause bei der Wasserstoff-Entwicklung sieht das Handelsblatt bei den konzernweiten Einsparmaßnahmen, die auch die Forschung betreffen: Das Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, von 2007 bis 2012 konzernweit 6 Milliarden Euro einzusparen. 2008 sei das Entwicklungsbudget gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gesunken.


Siehe dazu auch in heise Autos:

(keh)