Kehraus: Neuzulassungen im November 2009
Kurz vor Ende des Jahres zeigt sich deutlich, wer im Abwrack-Boom zu den Gewinnern zählt. Während die einen ihre Chance nutzten, machte anderen die Jahresplanung einen Strich durch die Rechnung
- Gernot Goppelt
Hannover, 11. Dezember 2009 – Einen Monat vor Ende des "Boom-Jahres" 2009 zeigen sich die Zulassungszahlen im Pkw-Markt weiter auf hohem Niveau. 279.725 verkaufte Neuwagen sind 19,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Als die Abwrackprämie eingeführt wurde, konnte man von etwa 3,4 Millionen Neuzulassungen für 2009 ausgehen, doch schon jetzt sind es 3,59 Millionen. Statt der Ende 2008 befürchteten 2,9 Millionen werden Ende 2009 beim Kraftfahrbundesamt (KBA) wohl rund 3,8 Millionen neu zugelassene Pkw zu Buche stehen. Der Grund für den künstlichen Boom ist sattsam bekannt: Klein- und Kleinstwagen verkaufen sich wie geschnitten Brot, da macht es statistisch auch nichts, dass es in den höheren Segmenten weniger gut läuft. Immerhin deuten ein kleiner gewordener Privatanteil von 55,1 Prozent und der wieder gestiegene Dieselanteil von 35 Prozent darauf hin, dass eine leichte Normalisierung eintritt.
Abwrack-Verlierer
Besonders beeindruckend in der Zulassungsstatistik sind die Segmente Minis und Kleinwagen, wie der KBA das A- und B-Segment bezeichnet. Hier durften sich fast alle Hersteller über zum Teil beträchtliche Zuwächse gegenüber 2008 freuen. Dabei fällt einzig das Ergebnis der Marke Daihatsu aus dem Rahmen, weil die Modelle der Toyota-Tochter über das Jahr hinweg schlechter verkauft wurden als 2008. Laut einer Sprecherin hängt das vor allem damit zusammen, dass die Kontingentplanung für Deutschland schon 2008 erfolgte. Damals ging man von einem schrumpfenden Markt aus und konnte dann in einem aufgehitzten Markt nur mit langen Lieferzeiten reagieren.
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Freude in der Führungsriege. Volkswagens Einstieg bei Sukuki dürfte die Position des japanischen Autobauers im deutschen Markt stärken. (Bild: Volkswagen)
Ein ähnliches Problem musste im Sommer auch Renault vermelden. „Die Umweltprämie kam für Renault eigentlich zum falschen Zeitpunkt“, hatte der Vorstandschef Achim Schaible im Sommer gesagt. Renault konnte sich aber wieder fangen und die Produktion rechtzeitig hochfahren. Das ist Daihatsu offenbar nicht gelungen, ganz abgesehen davon, dass man aus Japan nicht mal eben ein paar hundert Autos zusätzlich nach Deutschland schippern kann – die Auslastung der Transportschiffe will frühzeitig geklärt sein.