Unterzuckerung am Steuer: Führerscheinverlust möglich

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Von
  • Gernot Goppelt

Ein Diabetes-Kranker kann seinen Führerschein verlieren, wenn er aufgrund von Unterzuckerung einen Unfall verursacht. Darauf weist der Verband deutscher Verkehrsrechtsanwälte (VdVKA) in Kiel hin. Er verwiest dabei auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Mainz (Az.: 3 L 1058/09.MZ).

In dem Fall hatte ein Mann wegen seines abfallenden Zuckerspiegels auf der Autobahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. In einem Baustellenbereich streifte er eine Betonwand, fuhr mit unverminderter Geschwindigkeit in Schlangenlinien weiter, geriet ins Schleudern und blieb nach zweimaligem Kollidieren mit der Leitplanke quer zur Fahrbahn stehen. Nach einem ärztlichen Gutachten entzog ihm die Behörde die Fahrerlaubnis. Die Klage dagegen blieb erfolglos.

Es waren bereits mehrere Verkehrsunfälle des Klägers im Zusammenhang mit Unterzuckerungen dokumentiert. Trotzdem habe der Mann nicht regelmäßig vor Fahrtantritt Blutzuckerkontrollen vorgenommen. Ihm fehle daher die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen, lautete die Begründung der Richter. Es sei aber denkbar, ihm nach einer Schulung und nach mehrmonatiger stabiler Blutzuckereinstellung das Fahren unter Auflagen wieder zu gestatten. (dpa) (ggo)