Mercedes E-Klasse 4Matic: Neue Allrad-Limousine

Der Mercedes-Allradantrieb namens "4Matic" wurde vor 25 Jahren in der E-Klasse vorgestellt. Wir konnten die aktuelle Version im neuen T-Modell in den Alpen ausprobieren

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Von
  • Matthias Nauman
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Hochgurgl (Österreich), 18. Dezember 2009 – 1985 stellte Mercedes zwei Neuheiten vor, die vielen noch präsent sind: Zum einen die Kombiversion der Baureihe W 124, welche später den Beinamen E-Klasse bekam, sowie einen Vierradantrieb für Mercedes-Limousinen – von den Schwaben vornehm "4Matic" getauft. Rechtzeitig zum bevorstehenden Jubiläum hält das System Einzug in die aktuelle E-Klasse. Wir konnten den Allradantrieb in den österreichischen Alpen bereits ausprobieren.

Ein schneebedeckter Parkplatz im Ötztal, unter der weißen Masse befindet sich blankes Eis. Auf diesem rutschigen Untergrund simulieren wir einen Überholvorgang: Wir wollen mit unserem allradgetriebenen E 350 CDI T-Modell einen Bus überholen, allerdings naht bereits Gegenverkehr. Also Vollgas, auf die linke Fahrbahn wechseln, das mittels Pylonen markierte Hindernis zügig passieren und wieder einscheren. Man sollte glauben, auf Schnee und Eis sei das nur mit bestem fahrerischen Können und einer Menge Übung möglich. Doch der Allradler hat fast keine Traktionsprobleme, hält die gewünschte Spur und erlaubt, das Überholmanöver schnell und sicher abzuschließen.

Mercedes E-Klasse 4Matic: Neue Allrad-Limousine (24 Bilder)

Unterwegs im Schnee - mit dem neuen Mercedes E-Klasse 4Matic T-Modell

In der aktuellen E-Klasse kommt die mittlerweile vierte Generation der 4Matic zum Einsatz. Das aktuelle System zeichnet sich durch einen höheren Wirkungsgrad, eine kompaktere Bauweise und ein geringeres Gewicht aus. Der permanent arbeitende Allradantrieb wiegt rund 70 Kilogramm – und damit nur noch halb so viel wie in der ersten Auflage, die ab 1987 im Serienmodell des W 124 verbaut wurde. Bei der aktuellen 4Matic-Abstimmung soll die Fahrstabilität und damit die aktive Sicherheit im Vordergrund stehen. Wesentliche Merkmale des Antriebs sind die Momentenverteilung von 45 zu 55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse sowie eine Lamellensperre im Zentraldifferenzial mit einer Grundsperrwirkung von 50 Nm. Diese Konzeption ermöglicht hohe Traktionswerte, weil die beim Beschleunigen auftretende dynamische Achslastverschiebung Richtung Hinterachse genutzt wird, um dort mehr Antriebsmoment abzusetzen.