Spyker übernimmt bei Saab das Steuer

Der schwedische Autohersteller Saab ist buchstäblich in letzter Minute gerettet worden. Mutterkonzern GM verkauft seine Tochter für 400 Millionen US-Dollar an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker Cars

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  • ssu
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Detroit/Stockholm/Zeewolde (NL), 27. Januar 2010 – Der schwedische Autohersteller Saab ist buchstäblich in letzter Minute gerettet worden. Der US-Mutterkonzern General Motors verkauft seine angeschlagene Tochter Saab Automobile AB für insgesamt 400 Millionen US-Dollar (derzeit knapp 284 Millionen Euro) an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker Cars. GM bestätigte am 26. Januar (Ortszeit) in Detroit den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. Die vergangenen Dezember angekündigte Schließung von Saab mit seinen 3400 Mitarbeitern ist damit vom Tisch.

Spyker-Chef Victor Muller versprach Saab alle nötige Hilfe. Die Mitarbeiter waren erleichtert. "Wir sehen mit dem neuen Besitzer eine Zukunft", sagte Gewerkschafterin Anette Hellgren dem schwedischen Sender SVT. Eine Arbeitsplatz-Garantie gibt es indes nicht.

Spyker übernimmt bei Saab das Steuer (36 Bilder)

Wächst hier zusammen, was zusammengehört? Spyker Cars übernimmt die Traditonsmarke Saab: Bislang sorgten die Niederländer mit extravaganten Supersportlern in Kleinauflage wie dem C8 Aileron Spyder (unten) für Aufsehen.

Käufer Spyker stellt bislang exklusive Sportwagen her. Künftig will das Unternehmen als Saab Spyker Automobiles auf dem Markt auftreten. Einer breiten Öffentlichkeit war der niederländische Autofertiger mit dem Einstieg in die Formel 1 bekanntgeworden. Die Niederländer hatten 2006 das Team Midland um den deutschen Piloten Adrian Sutil übernommen, aber ein Jahr später schon wieder an den indischen Milliardär Vijay Mallya weiterverkauft.

Spyker zahlt für Saab 74 Millionen US-Dollar (52,5 Millionen Euro) in bar. Darüber hinaus bekommt General Motors Vorzugsaktien an dem neuen Unternehmen im Wert von 326 Millionen US-Dollar (231 Millionen Euro). "Wir haben einen fairen Preis für die GM-Aktionäre erzielt", sagte der mit dem Verkauf betraute GM-Planungschef John Smith. Die Schließung von Saab sei nie das bevorzugte Ziel gewesen, beteuerte er. GM habe selbst eine harte Zeit durchgemacht. GM war im vergangenen Jahr in die Insolvenz gegangen. Nur dank einer 50 Milliarden US-Dollar umfassenden Finanzspritze der USA und Kanadas gelang der Neustart.