PC-Markt: Acer und Asus legen kräftig zu (Update)

In Westeuropa hat Acer mit starkem Wachstum die MarktfĂĽhrerschaft nach StĂĽckzahlen ergattert. Auch Asus konnte erheblich zulegen und liegt auf Rang 4.

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Global betrachtet ist Hewlett-Packard (HP) weiterhin Marktführer bei Desktop-PCs und Notebooks, doch in Westeuropa trägt das aggressive Wachstum der taiwanischen Marke Acer Früchte: Um satte 33,9 Prozent, so die Marktforscher von Gartner, konnte Acer die Zahl der verkauften Geräte im vierten Quartal 2009 im Jahresvergleich steigern. Außer Acer verzeichnete zumindest von den Top-Marken nur noch Asus überhaupt einen Zuwachs in diesem Markt, der rund 20 Millionen Geräte umfasste; mehr als die Hälfte davon wurden in Deutschland (4,2 Millionen), Großbritannien (3,8 Millionen) und Frankreich (3,3 Millionen) verkauft.

Während HP zwar im weltweiten Geschäft zulegen konnte, gelang das in Westeuropa nicht. Gartner erwartet indes, dass HP im laufenden Jahr wegen der Marktführerschaft bei den Business-PCs wieder aufholen kann.

PC-Markt Westeuropa, 4. Quartal 2009
StĂĽckzahl Marktanteil Marktanteil Wachstum
Hersteller [Millionen] Q4/2009 Q4/2008 (StĂĽckzahl)
Acer 4,673 23,1% 17,9% +33,9%
HP 4,311 21,3% 23,9% -7,5%
Dell 2,004 9,9% 10,4% -1,4%
Asus 1,631 8,0% 7,6% +9,4%
Toshiba 1,259 6,2% 6,6% -1,4%
Sonstige 6,387 31,5% 33,6% -2,3%
Gesamt 20,265 100,0% 100,0% +4,0%
Quelle: Gartner, Februar 2009

Einige länderspezifische Unterschiede hebt Gartner heraus. So schlägt sich etwa Samsung in Großbritannien besonders gut und liegt dort mit 6,5 Prozent Marktanteil hinter Toshiba (10,4 Prozent) auf dem fünften Platz. Frankreich hingegen ist ein gutes Pflaster für Apple: Die Firma belegt dort mit 5,5 Prozent Marktanteil den fünften Platz, allerdings verkauft hier Asus fast doppelt so viele Geräte (10,2 Prozent).

Der deutsche PC-Markt wuchs im Vergleichszeitraum um 9,9 Prozent, also besonders kräftig. Noch stärker, nämlich um 12 Prozent, legten die Consumer-Notebooks zu, also die von Privatleuten gekauften Mobilrechner. Gartner macht dafür unter anderem die Netbooks beziehungsweise Mini-Notebooks verantwortlich: Jedes dritte Consumer-Notebook gehörte zu dieser Kategorie, deren Stückzahl im Jahresvergleich um über 100 Prozent zulegte.

(Update:) Glaubt man den Gartner-Zahlen, so hat Asus in Deutschland mehr Computer verkauft als Dell (414.000 zu 354.000, Marktanteile: 9,9 beziehungsweise 8,5 Prozent). Acer führt auf dem deutschen Markt mit 808.000 Geräten (19,4 Prozent), dahinter liegt HP mit 462.000 Computern (11,1 Prozent). Nach Stückzahlen fünftgrößte PC-Marke ist hierzulande Medion (325.000/7,8 Prozent). In Deutschland entfallen mit 1,8 Millionen Geräten mehr als 42 Prozent des Marktes auf kleinere Anbieter, deutlich mehr als in Westeuropa insgesamt (31,5 Prozent) (/Update).

Die Einschätzungen von Gartner decken sich mit den Auswertungen von Zugriffen auf Preissuchmaschinen im Dezember 2009. Allerdings schmälern die Billig-Notebooks die Umsätze von Herstellern und Händlern. Während Marktforscher erwarten, dass die Nachfrage nach Netbooks allmählich abflacht, erwartet die CPU-Entwicklerfirma ARM ein weiter rasantes Wachstum dieser Gerätekategorie – allerdings eben ohne x86-Prozessoren und Windows.

Der Asus-Vorstandsvorsitzende Jonney Shih arbeitet seit Jahren daran, Asus als eigenständige Marke für Komplettrechner und Notebooks zu etablieren; zu dieser Strategie gehört etwa auch die Eee-Gerätefamilie. Asus stößt die Fertigungssparte Pegatron allmählich ab und will unter anderem durch Zukäufe weiter wachsen. Damit folgt Asustek dem Vorbild von Acer, wo 2000 die Fertigungssparte Wistron ausgegliedert wurde und 2001 dann Benq. 2007 ist Acer dann durch die Zukäufe der Marken Gateway, Packard Bell und eMachines gewachsen. Sowohl Acer als auch Asus haben auf Messen bereits Netbooks oder Tablets mit Android oder ARM-Prozessoren gezeigt. (ciw)