Erstes Vorserienmodell des Chevrolet Volt vom Band gerollt

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Von
  • Gernot Goppelt

(Bild: GM)

Am 31. März lief das erste Vorserienmodell des Chevrolet in der Detroit Hamtramck Assembly Plant vom Band. Es geht nicht in den Verkauf, sondern dient dazu, den Fertigungsablauf und die Produktqualität zu prüfen. Im Laufe der nächsten Monate werden weitere Vor­serien­fahrzeuge gebaut und überprüft, später im Jahr soll dann die Serienproduktion beginnen. Der Verkauf des Chevrolet Volt soll in den USA Ende 2010 beginnen, die Markteinführung in Deutschland ist für Mitte 2011 geplant. Was er kosten wird, ist nach wie vor offen, ein Indiz ist aber, dass Opel für den technisch baugleichen und von Ende 2011 an lieferbaren Ampera einen Preis von 40.000 Euro avisiert. Einem geringeren Preis dürften vor allem die hohen Batteriekosten im Wege stehen, die derzeit von Experten noch mit rund 1000 Euro für eine Kilowattstunde Kapazität beziffert werden.

Volt und Ampera sind nach GM-Sprachregelung "range extended vehicles", also Elektroautos mit einem Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer. Rein elektrisch sollen sie rund 60 Kilometer fahren können, darüber hinaus hilft ein Verbrennungsmotor aus, der über einen Generator Strom für weitere 400 Kilometer erzeugt. Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 16 kWh, von der nur etwa die Hälfte nutzbar ist, um die Haltbarkeit zu erhöhen.

(Bild: GM)

Der Volt hat schon vor seinem Erscheinen diverse Preise gewonnen, so etwa den Green Car Vision Award des Green Car Journal, und zwar für einen "mutigen und weit reichenden Ansatz, der den Kunden ein außergewöhnlich sparsames Auto zu vernünftigen Kosten" ermöglicht. Diese Einschätzung erscheint angesichts der zu erwartenden Preise gewagt, zumal die Technik des Volt nicht konsequent auf den Einsatzzweck als Range Extender ausgelegt ist. Der Verbrennungsmotor ist ein umfunktionierter Vierzylinder-Antriebsmotor, zur Entwicklung eines auf den Generatorbetrieb optimierten Motors konnte sich GM bisher nicht durchringen.

Im August 2009 teilte GM mit, dass der Chevy Volt nur 1,02 Liter Benzin auf 100 Kilometer im Stadtverkehr benötigt, entsprechend einem Standard der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency). Kurz danach hieß es allerdings von der EPA, dass sie den Volt nicht selbst getestet habe und deswegen nichts zu GMs Angabe sagen könne. Das Problem dabei: Je länger bei einer Fahrt der Motor benötigt wird, desto mehr steigt der Verbrauch in Relation zur Strecke an – umgekehrt ist der Verbrauch im rein elektrischen Betrieb gleich Null. Die New York Times zitierte seinerzeit einen Fachmann mit dessen Einschätzung: "Die Verbrauchsangaben des Volt sind eine abstrakte Zahl. Wenn Sie zur Zielgruppe gehören und jeden Tag unter 40 Meilen fahren, ist Ihre Reichweite in miles per gallon theoretisch unendlich."

Natürlich ist es bei einem Range Extender schwierig, Verbrauchsangaben zu machen, die Kunden wirklich weiterhelfen, zumal diese Fahrzeuggattung noch nicht im Markt etabliert ist und somit eine Vergleichsbasis fehlt. Seinen Kunden zuliebe könnte GM diese Angaben allerdings selbst aufbereiten, zum Beispiel so: Was kostet mich der Volt oder Ampera auf 50, 100, 250 und 500 Kilometer? Dass hierzu auch die Kosten für den Strom gehören, versteht sich eigentlich von selbst. (ggo)