Antikollisions-App ZF X2Smart

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Das komplexe Rechenprogramm berechnet die Kollisionsgefahr auf Basis von Bewegungsmustern der Verkehrsteilnehmer. Die Zeit vom Auslösen bis zur Ankunft der Warnung dauert in einem 3G-Internet 100 bis 150 Millisekunden", erklĂ€rt Dr. Malgorzata Wiklinska, Leiterin der ZF-Denkfabrik, aus der X2Smart kommt. Die Idee zu dieser Art Assistenzsystem kam ihr nach einen Unfall, bei dem die begeisterte Rennradfahrerin von der Fahrerin eines Autos ĂŒbersehen wurde. Der buchstĂ€bliche Beinbruch war die InitialzĂŒndung fĂŒr die Entwicklung. „Ich lag da und habe mich gefragt: Warum hat die mich nicht gesehen?”

Erste Tests verliefen vielversprechend, in einem halben Jahr könnte die neue App serienreif sein. Der Weg dahin war steinig. „Wir mussten das System acht Monate lang trainieren, damit es richtig reagiert und ĂŒberhaupt weiß, wer sich wie bewegt”, erklĂ€rt Wiklinska. Schließlich bewegt sich ein Fahrradfahrer anders als ein FußgĂ€nger. Die Methodik nutzt Elemente des „Deep Learning” und der kĂŒnstlichen Intelligenz. Eine zentrale Frage, die sich das System als erstes beantworten musste, hieß: „wer bin ich und wohin gehe ich.”

Die nĂ€chsten Schritte erfolgen auch unter dem Einbeziehen der Schwarm-Intelligenz. „Der Algorithmus lernt stĂ€ndig dazu” sagt die Ingenieurin. Damit die neue App in der Stadt nicht in Hysterie verfĂ€llt, soll sie etwa auch erkennen können, wie viele andere Devices um ihren TrĂ€ger herum unterwegs sind. Ein anderes Problem ist noch die Akkubelastung, sie soll aber in der neuen Smartphone-Generation mit weiter verbesserten Prozessoren im ertrĂ€glichen Bereich bleiben.

In Zukunft sind noch weitere Einsatzfelder denkbar: Zum Beispiel könnte das X2Smart-System bei einem vorhergesagten Crash in einem dazu geeigneten Auto eine Notbremsung vorbereiten und auch durchfĂŒhren können. Neben Autoherstellern sind auch Hersteller von (mobilen) NavigationsgerĂ€ten und deren Software an dem neuen System interessiert.

Auf die Frage, wie viele UnfĂ€lle mit X2Smart momentan vermeiden könnte, antwortet Wiklinska mit „etwa 50 Prozent”. Wenn die Infrastruktur fĂŒr das autonome Fahren steht, könnte diese Zahl auf 80 Prozent steigen. „100 Prozent werden es aber nie, weil der ‘Faktor Mensch’ eine Rolle spielt”. (fpi)