50 Jahre Harley-Davidson Super Glide

Seite 2: Basis für Chopper-Umbauten

Inhaltsverzeichnis

Die Super Glide wurde zur Urahnin der FX-Baureihe, zu der sich drei Jahre später die FXE mit E-Starter gesellte. Sie sollten Individualität ausstrahlen – was bei einem Serienmotorrad natürlich paradox war – und dienten vielen Besitzern als Basis für eigene Umbauten. 1977 erschien die FXS Low Rider mit Aluminiumrädern, zwei Bremsscheiben am Vorderrad, einer verlängerten Gabel, einem flachen Lenkkopfwinkel von 58 Grad und nur 660 Millimeter Sitzhöhe. Im Gegensatz zur ersten Super Glide wurde sie auf Anhieb zum Verkaufserfolg.

50 Jahre Harley-Davidson Super Glide II (8 Bilder)

1980 kam die FXB Sturgis mit einem Zahnriemenantrieb zum Hinterrad. Sie war nach dem kleinen Ort in North Dakota benannt, wo jedes Jahr das größte Harley-Davidson-Treffen der Welt stattfindet.

1980 kamen die FXB Sturgis mit einem Zahnriemenantrieb zum Hinterrad und die FXWG Wide Glide mit einem 21-Zoll-Vorderrad in der langen Gabel auf den Markt. Die 1970er Jahre waren die Blütezeit der Chopper-Umbauten und Harley-Davidsons galten als die "Originale". Doch mangelte es an innovativer Technik und zwischen 1973 und 1981 gab es nacheinander fünf branchenfremde Geschäftsführer im Headquarter in Milwaukee, die Harley-Davidson immer weiter in die Krise steuerten. Ein Management-Buyout im Juli 1981 rettete die Firma im letzten Moment vor der Pleite. Erst danach fand die US-Marke langsam wieder in die Erfolgsspur zurück.

1984 ersetzte der neu entwickelte Evolution-Motor mit 1337 Kubikzentimeter Hubraum endlich den veralteten Shovel-Head-V2, der noch aus dem Jahr 1966 stammte. Die FX-Baureihe bekam den Zusatzbuchstaben R, weil der Motor in Gummilagern (Rubber Mounted) aufgehängt wurde, was die Vibrationen wenigstens etwas reduzieren sollte. 1991 wurde mit der FXDB Sturgis das erste Dyna-Model (für "Dynamic") vorgestellt, benannt nach dem kleinen Ort in South Dakota, wo jedes Jahr das größte Harley-Davidson-Treffen der Welt stattfindet. Die FXDB hatte als erste Harley einen mit CAD (Computer Aided Design) entwickelten, steiferen Rahmen.

Ab 1999 erhielten die Dyna-Modelle den Twin-Cam-88-Motor, der zwei untenliegende Nockenwellen besaß und mit zwei Ausgleichswellen gegen Vibrationen ankämpfte. Wobei sich das Schütteln des 1449 Kubikzentimeter großen V2 nicht wirklich eliminieren ließ. Im Laufe der Zeit vergrößerten sich die Motoren der Dyna-Baureihe bis auf 1801 Kubikzentimeter im Twin Cam 110 der Low Rider S. Doch die US-Marke verzeichnete seit Jahren bedenklich sinkende Verkaufszahlen und musste dringend Kosten einsparen. Daher entschloss man sich in Milwaukee, 2018 die Dyna-Baureihe zu beenden, aber drei Dyna-Modelle in die Softail-Baureihe zu integrieren.

Jetzt feiert Harley-Davidson das 50. Jubiläum der ersten Super Glide. Die Street Bob und die Low Rider S, die heute beide vom Milwaukee-Eight 114-Motor mit 1868 Kubikzentimeter Hubraum angetrieben werden, tragen immer noch die Gene der FX Super Glide in sich, die Harley-Davidson 1971 als Interpretation der Chopper aus "Easy Rider" entworfen hatte. Peter Fonda und Dennis Hopper würde es sicher freuen.

(fpi)