High Five: 35 Jahre Yamaha FZ 750

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Das Konzept der FZ 750 weckte Begeisterung, 1086 Stück verkauften sich im ersten Baujahr allein in Deutschland. Doch nicht nur das, die FZ 750 war die Vorreiterin der Genesis-Modellreihe von Yamaha. Bald schon folgten einige andere bemerkenswerte Sportler mit Fünfventil-Technik. Die FZR 1000 Genesis beeindruckte 1987 mit 135 PS aus dem vollen Liter Hubraum, zwei Jahre später brachte es die FZR 1000 EXUP sogar auf satte 145 PS.

Das legendärste Yamaha-Sportbike mit Fünfventil-Technik dürfte aber die FZR 750 R mit dem Werkscode OW01 sein. Die nur als Einsitzer zugelassene OW01 war 1989 mit 35.900 Mark das teuerste Serienmotorrad auf dem Markt. Sie war nur zu dem Zweck entwickelt worden, Siege auf der Rennstrecke zu holen. Dafür hatte Yamaha teure Renntechnik verbaut: In dem Reihenvierzylinder steckten Titanpleuel und das neue EXUP-System (Exhaust Ultimate Power). In ihm regelt eine gesteuerte Walze im Auspuffkrümmer den Durchlassquerschnitt und damit den last- und drehzahlabhängig passenden Gegendruck ein. Unter 2000/min begrenzt sie den Durchlass maximal, um ihn stufenlos bis oberhalb 6000/min vollkommen freizugeben. Als Resultat steht früher mehr Drehmoment zur Verfügung.

35 Jahre Yamaha FZ 750 (15 Bilder)

Yamaha überraschte 1985 die Motorradwelt mit der FZ 750. Das erste Serienmotorrad mit Fünfventiltechnik. Sie begründete eine neue Ära.
(Bild: Yamaha)

Der breite Alu-Rahmen, das Fahrwerk, die Räder und Bremsen waren kompromisslos für den Renneinsatz entwickelt worden. Der Motor leistete in Serie 120 PS, mit Renn-Kit kam er auf rund 140 PS. Aufgrund des hohen Preises blieb die Stückzahl der OW01 begrenzt, heute ist sie eine sehr gesuchte und teure Rarität.

Es gab nicht wenige, die bei der Präsentation der FZ 750 behaupteten, dass ein derart hochgezüchteter Motor – noch dazu mit fünf Ventilen pro Zylinder – nicht lange halten würde. Doch Yamaha zeigte großes Vertrauen in seinen Reihenvierzylinder und schrieb die Kontrolle des Ventilspiels nur alle 42.000 Kilometer vor. Tatsächlich erwies sich der Motor als sehr zuverlässig, Laufleistungen von über 100.000 Kilometer ohne besondere Vorkommnisse waren möglich.

Die FZ 750 blieb bis 1993 im Programm und fand in Deutschland etwa 5300 Käufer. Dass es nicht mehr waren, lag vor allem an der schnellen Reaktion der Konkurrenz, die bald 750er-Sportmotorräder mit Aluminiumrahmen, breiteren Reifen und noch rennmäßigerer Optik auf den Markt warfen: Suzuki verbesserte den Rahmen und das Fahrverhalten seiner GSX-R 750 nachhaltig, Honda kam zunächst mit der VFR 750 F und schob 1987 die legendäre VFR 750 R RC30 nach, die zweimal den Superbike-WM-Titel holte, und Kawasaki steuerte ab 1989 die ZXR 750 in der Superbike-Klasse bei. Schließlich lockte auch Yamaha selbst ab 1987 die sportlich orientierten Kunden mit der deutlich stärkeren FZR 1000 von der FZ 750 weg.

Die Fünfventil-Technik von Yamaha war eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, umso erstaunlicher, dass die Konkurrenz das Prinzip nicht übernahm, sondern bei vier Ventilen blieb. Yamaha baute 21 Jahre lang Hochleistungsmotoren mit fünf Ventilen, übrigens nicht nur als Reihenvierzylinder, sondern auch als Einzylinder im Enduro- und Motocross-Bereich. Erst 2007 endete die Ära, als die Yamaha YZF-R1, Typkürzel RN19, mit vier Ventilen pro Zylinder bei Yamaha eine neue Generation an Superbikes einläutete.

(fpi)