Mercedes S-Klasse: Mitfahrt im Vorserienmodell
Seite 2: Bediensystem MBUX in zweiter Generation
In der S-Klasse führt Mercedes das Bediensystem MBUX der zweiten Generation ein. Es überrascht mit einem vergleichsweise kleinen Bildschirm für die Instrumenteneinheit hinter dem Steuer. Die wichtigsten Informationen werden "kontextbezogen" über ein Head-Up-Display groß in die Scheibe und damit virtuell auf die Straße projiziert. Beide Head-Up-Displays sind jedoch nur als Sonderausstattung zu bekommen. Serienmäßig sind hingegen das mächtige Hochkantdisplay zwischen Fahrer und Beifahrer, über das sich die meisten Funktionen des Fahrzeugs steuern lassen. Das Sprachbedienungssystem soll natürliche Sprache noch besser verstehen und wartet auf Befehle von jedem Sitz.
Erstmals bietet das Bediensystem MBUX auch eine Headunit für die Insassen in der zweiten Reihe. Wie beim 7er BMW (Test) steht ihnen ein zentrales Bediendisplay auf der Mittelarmlehne zur Verfügung, das sich auch entnehmen lässt. Zudem lassen sich die wichtigsten Bedienungen für Fenster, Verschattung und Sitz auch über Schalter in den Türtafeln ansteuern. Neu sind zwei Touchdisplays an den Rückenlehnen der vorderen Sitze. Sie bieten jede gewünschte Unterhaltung, auch über das Internet und ermöglichen es, zahlreiche Fahrzeugfunktionen zu bedienen.
Scheinbar entspannt über alle Unebenheiten
Auch vom Beifahrersitz lässt sich der beeindruckende Abrollkomfort von Vorder- und Hinterachse spüren, die scheinbar ganz entspannt über alle Unebenheiten hinwegfedern. Auch bei harten Kanten oder groben Fugen fehlt jede Stößigkeit. Wie üblich in dieser Liga hebt eine adaptive Luftfederung den Komfort. Diesmal ist Weissinger mit einem Diesel unterwegs – es dürfte der S 400d sein, der knapp 350 PS und mehr als 700 Nm maximales Drehmoment bietet und der den Wagen mit Leichtigkeit um die Ecken zieht. Zu hören ist davon fast nichts, zu spüren gar nichts. Anders wäre das bei einem Vierzylinder, aber die sind bei der S-Klasse kein Thema, darauf legt Weissinger Wert.
Die aufgeladenen Sechs- und Achtzylinder kommen mit dem 48-Volt-Bordnetz, das man bereits von der aktuellen E-Klasse sowie dem GLS kennt. Es hilft, in den Verbrauchszyklen noch einige Zentiliter zu sparen. In der S-Klasse gleichen aber auch 48-Volt-Stellglieder die Kurvenneigung aus und können die Karosserie bei einem drohenden Seitenaufprall in Sekundenbruchteilen um acht Zentimeter anheben, um mehr Aufprallenergie in den stabilen Schweller einzuleiten.
Als Plug-In-Hybrid elektrische Reichweiten bis 100 km
Der reine Elektroantrieb bleibt in dieser Fahrzeugklasse dem Mercedes EQS vorbehalten, der erst Mitte 2021 vorgestellt werden soll. Die S-Klasse soll mit Plug-In-Hybridantrieb elektrische Reichweiten bis 100 Kilometer erreichen. In der Erprobung sollen einige Prototypen über 120 Kilometer geschafft haben.
S-Klasse W233 Mitfahrt (9 Bilder)

(Bild: Dirk Weyhenmeyer)
Gesetzt sind drei Radstände, Heck- und Allradantrieb sowie Panzerversionen für Staatsoberhäupter und solvente Kunden, die sich aus anderen Gründen gefährdet fühlen. Darüber hinaus sollen Maybach- und AMG-Varianten noch mehr Kraft und Luxus bieten.
Der V12 bleibt im Programm
Während die Konkurrenz hier zurückfährt: auch ein V12 bleibt bei der neuen Generation im Programm. Anfangs hatte die Daimler-Verantwortlichen in Betracht gezogen, die Topmodell mit zwölf Zylindern ebenfalls zu streichen. Doch mittlerweile ist durchgesickert, dass der bisherige V12-Motor so lange als nur möglich im Programm bleiben wird – erstmals auch als Allradversion. AMG allerdings wird von den Zwölfzylindern die Finger lassen und sich wie die normalen S-Klasse-Ausführungen mit Sechs- und Achtzylindermotoren begnügen.
(fpi)