Acht In-Ear-Ohrhörer für das iPhone im Test
Seite 3: Bluetooth-Verbindung, Codecs und Fazit
Bluetooth-Kopfhörer – verzögerte Tonwiedergabe
Damit die In-Ears den Ton vom linken und rechten Kanal synchron abspielen, müssen sie die Verbindung zwischen beiden per Bluetooth aufrechthalten und abgleichen. Frühe drahtlose In-Ears hatten Synchronitätsprobleme, die bei unseren Testkandidaten aber nicht auftraten. Sporadisch gab es bei einigen Geräten Aussetzer, die sich aber nicht reproduzieren ließen.
Die Funkverbindung hat den Nachteil, dass der Ton verzögert wiedergegeben wird. Beim Musikhören fällt dies nicht ins Gewicht. Gibt man aber gleichzeitig Bild und Ton wieder – etwa bei Videostreams oder schnellen Spielen – kann es zu Versatz kommen, sodass Gehörtes und Gesehenes nicht ganz zusammenpassen. Diese Latenz fällt mal stärker und mal schwächer aus. Einen Einfluss hat man darauf nicht. Wer das verhindern möchte, greift besser zu kabelgebundenen Kopf- oder Ohrhörern.
Auch für die Musikproduktion, etwa mit GarageBand oder Logic Pro, eignen sich kabellose In-Ears kaum. Die Übertragung per Bluetooth erzeugt eine zu große Latenz, sodass man eine angeschlagene Note spürbar zu spät hört.
Codecs: Kein aptX auf dem iPhone
Für die Audioübertragung per Bluetooth ist das Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) zuständig, dessen Spezifikation den Audio-Codec SBC vorschreibt.
Dieser ist auf eine möglichst unterbrechungsfreie Wiedergabe ausgelegt. Das bewerkstelligt der Codec unter anderem, indem er die Bitrate dynamisch an die zur Verfügung stehende Bandbreite anpasst.
Audiophile Ohren können diese kompressionsbedingten Artefakte bei höheren Tonlagen wahrnehmen, wenn gleichzeitig komplexe Basspassagen abgespielt werden. Die Audio-Codecs AAC und aptX verspechen im Idealfall sogar CD-Qualität. Sie benötigen dazu aber eine stabilere Datenrate. Sobald die einbricht, kommt es zu Abbrüchen oder Knacksen.
macOS unterstützt sowohl SBC als auch aptX und AAC; iOS setzt auf SBC und AAC und wählt automatisch den höherwertigen Codec, den der verbundene Kopfhörer beherrscht. Bis auf zwei beherrschen alle Testkandidaten AAC und SBC. Auvisios IHS-600.bt und Jabras Elite Sport unterstützen nur SBC.
Fazit zu True-Wireless-Kopfhörern – und Preistipp
Wer bei den In-Ears auf Kabel verzichtet, geht immer einen Kompromiss ein: Einige Modelle lassen sich schlecht bedienen, andere tragen sich unbequem oder klingen schlecht. Nicht jeder Hörer macht alles perfekt oder eignet sich für alle Einsatzzwecke. Durch den Kabelverzicht gewinnt man aber deutlich an Bewegungsfreiheit hinzu.
Die beste Integration in Apples Gerätefamilie gelingt den AirPods. Ihre Mikrofone bieten eine gute Qualität, die Akkus halten lang genug durch und wenn die In-Ears gut im Ohr sitzen, sind sie klanglich kaum zu schlagen. Wer schon mit den EarPods zufrieden war, kann hier bedenkenlos zugreifen. Mangels Isolation filtern Apples Ohrhörer allerdings keine Umgebungsgeräusche und taugen nur wenig für Sport.
Sucht man drahtlose In-Ears fĂĽrs Training, lohnt sich ein Blick auf die Jabra Elite Sport. Sie klingen gut und kombinieren Herzfrequenz- und Bewegungsmesser mit einer funktionalen App. FĂĽr kleine Ohren sind sie allerdings zu groĂź.
Als Preistipp kann man getrost zu den Zolo Liberty greifen. Sie verzichten zwar auf Zusatzfunktionen, dafür sitzen sie komfortabel, schirmen ihren Träger zuverlässig vor Außengeräuschen ab und klingen für vergleichsweise wenig Geld auch noch ordentlich.
(hze)