Ausfahrt im neuen BMW 650i Cabrio
Steifer Typ
Die hübsche Hülle des 6er Cabrio ruht auf einem extrem steifen Chassis: Die Ingenieure haben die Konstruktion um 50 Prozent steifer gemacht als beim Vorgängermodell. Ein steifes Fahrzeug ist die Voraussetzung für ein gutes Fahrwerk. In unserem Testwagen ist es dank Adaptive Drive (3970 Euro) verstellbar. In der Einstellung "Comfort" gibt sich unser Cabrio richtig sanft, bügelt Unebenheiten klaglos weg und lässt den Wagen in der Kurve vorsichtig wanken. Bei "Normal" verschwindet das Wanken, aber wir sind eindeutig noch in einer Reiseeinstellung unterwegs. Dass wir hier ein sportliches Auto fahren, spüren wir noch nicht so richtig. Immerhin: Durch die optionale Integral-Aktivlenkung (1950 Euro) wird der Bayer in den Kurven spürbar agiler.
Dann die Einstellung "Sport". Jetzt ist alles anders. Das Fahrwerk wird hart, die elektromechanische Lenkung wirkt deutlich direkter, der Motor spricht erheblich besser an, die Gänge werden beherzt reingeknallt und der Endrohrsound wird dank Klappensteuerung maskuliner. Wir haben bisher noch kein System erlebt, bei dem wir die Spreizung zwischen den verschiedenen Fahrmodi so eindringlich gespürt haben wie hier beim neuen 6er Cabrio. Den Unterschied zwischen "Normal" und "Sport" fühlt auch der ungeübteste Fahrer – versprochen. Wer zudem mit einem gedämpften ESP unterwegs sein möchte, der schaltet um auf "Sport+". Was wir aber ebenfalls spüren, sind die zwei Tonnen Gewicht, die der athletische Cruiser auf die Waage bringt. 20 Kilogramm sind im Vergleich zum Vorgänger dazugekommen. 17 Kilogramm laut BMW allein deshalb, um erhöhter Crashanforderungen Herr zu werden. Auch die Versteifungsmaßnamen machen das Cabrio nicht leichter. Immerhin haben die Bayern versucht, mit Aluminium-Türen und Kunststoffteilen an versteckten Orten, den Gewichtszuwachs in Grenzen zu halten.